Pfarrer aus dem Bistum Innsbruck feiert Priesterjubiläum in Neuss

Anno Schulte-Herbrüggen aus Neuss : Empfang für den Pfarrer aus den Alpen

Anno Schulte-Herbrüggen wuchs in Reuschenberg auf, kehrte nach seinem Theologiestudium in Innsbruck aber nicht mehr zurück. Sein silbernes Priesterjubiläum feiert er jetzt in seiner Neusser Heimatpfarre St. Hubertus.

Leben, wo andere Urlaub machen: Anno Schulte-Herbrüggen hat das geschafft. Er blieb nach seinem Theologie-Studium in Innsbruck im österreichischen Bundesland Tirol „hängen“ und ist heute als Dekan (Dechant) im Hochpustertal tätig und dort leitender Priester in einem Seelsorgeraum von drei Kirchengemeinden.

Zur Feier seines silbernen Priesterjubiläums aber wird der 53-Jährige kommende Woche in seine Heimatgemeinde St. Hubertus in Reuschenberg zurückkehren, wo auch noch seine Eltern wohnen. Pfingstmontag schwebt er mit dem Flieger ein, Donnerstag muss er schon wieder zurück, denn in seinem Pfarrsprengel ist ein Patrozinium zu feiern. Am Mittwoch, 12. Juni, aber nimmt er sich Zeit für die Reuschenberger. Mit ihnen feiert er aus Anlass seines Priesterjubiläums ab 18.30 Uhr eine Festmesse, anschließend lädt die Gemeinde zum Empfang zu Ehren des Jubilars ein.

Wahlheimat: Sillian im Hochpustertal mit der Pfarrkirche „Unsere liebe Frau Maria Himmelfahrt“. Foto: Thilo Zimmermann

Schulte-Herbrüggen wurde in Münster geboren, wuchs aber in Reuschenberg auf. Er war in St. Hubertus Messdiener, Leiter der Pfarrbücherei und sang im Kinder- und Jugendchor mit. Und da neben dem Tennisspielen beim TC Grün-Weiß immer noch etwas Freizeit übrig blieb, schloss sich der junge Schulte-Herbrüggen auch der gregorianischen Knabenschola von St. Quirin an.

Am Quirinus-Gymnasium war es Franz-Josef Niemann, der als Priester und Religionslehrer das Interesse des jungen Reuschenbergers für die Theologie weckte. Nach dem Abitur aber trat dieser nicht in das Bonner Albertinum ein, um sich auf den Priesterberuf im Erzbistum Köln vorzubereiten. „Die Situation war damals so, dass Seminaristen nicht einmal einen eigenen Haustürschlüssel bekamen“, sagt er knapp. Diese Enge hätte er sicher nicht ausgehalten.

Weil er seine Berufswahl aber nicht von solchen Kleinigkeiten abhängig machen wollte, wie er betont, ging Schulte-Herbrüggen nach Innsbruck. Dort war das Theologiestudium anfangs auf die Philosophie ausgerichtet – was seinen Neigungen entsprach. Dort gab es aber auch – Berge. Die faszinierten ihn als Kletterer damals schon, und tun es noch heute. Inzwischen ist er auch Lehrwart Alpin und staatlich geprüfter Lehrer für Sportklettern in Tirol.

Das Bergsteigen und sein Interesse an fremden Kulturen führte ihn in die südamerikanischen Anden, ins Himalaja-Gebirge, aber auch nach Afrika. Dort entdeckte er dann auch die Wüste als wertvollen, spirituellen Ort für sich. Zuletzt führten ihn seine Expeditionen aber eher durch den südlichen Teil des schwarzen Kontinentes und Länder wie Sambia, Botswana, Simbabwe und Südafrika. „Ich habe auch über einen Einsatz in der Mission nachgedacht“, sagt Schulte-Herbrüggen, der – zur Erklärung – auch Kandidat für den Deutschen Orden war. Ein Jahr arbeitete er deshalb in einer kenianischen Gemeinde, der er demnächst wieder einen Besuch abstatten will.

Um sich auch außerhalb der Kirche zu „verankern“, wie er es nennt, schloss sich Schulte-Herbrüggen der Feuerwehr an. Er ist Kurat des Landesfeuerwehrverbandes Tirol, rückt aber auch uniformiert mit aus, wenn der Alarm geht. Ausgebildet in Atemschutz oder Personenrettung, sind „Retten, Bergen, Löschen“ selbst bei nächtlichen Einsätzen für ihn eine Ehrensache.

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