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Neuss: "Peter der Friedfertige" erhält Hessen-Preis

Neuss : "Peter der Friedfertige" erhält Hessen-Preis

Die Heimatfreunde zeichneten zum 19. Mal einen Verteidiger der Stadt Neuss aus. Der neue Preisträger Peter Söhngen, langjähriger Sozialdezernent, gilt als soziales Gewissen der Stadt. Ziele verfolgt er leise, aber beharrlich und effektiv.

Selten spenden Neusser einem Düsseldorfer so lange und so herzlich Beifall – und dann auch noch stehend: Peter Söhngen (68) wurde diese Ehre zuteil. Er, der mit seiner Familie in Düsseldorf wohnt, stieg in 30 Jahren, in denen er im Dienst der Stadt stand, zum sozialen Gewissen der Neusser auf. Die Vereinigung der Heimatfreunde würdigten diese Lebensleistung des früheren Ersten Beigeordneten und Sozialdezernenten am Samstag: Im voll besetzten Gartensaal des Clemens-Sels-Museums ging der "Hermann-von-Hessen-Preis – Verteidiger der Stadt Neuss" an Peter Söhngen; die höchste Auszeichnung, die von den Heimatfreunden vergeben wird. Söhngen ist seit 1990 – damals machte der Alexianer-Orden den Anfang – erst der 19. Preisträger.

In ihrer packenden Laudatio skizzierte Heimatfreunde-Vize, Ratsfrau Anne Holt, ein Bild von Peter Söhngen, das ihn als Mann des Ausgleichs zeigte, aber auch als Persönlichkeit, die zielorientiert zupackt – und dabei vor allem die Interessen der Schwachen, der Alten und Jungen, der Kranken und Behinderten, verteidigte. Hermann von Hessen, der im 15. Jahrhundert den Neussern im Kampf gegen den Belagerer Karl den Kühnen beistand, trug den Beinamen "der Friedfertige" und die Neusser ehren ihn, weil er ihnen, als sie schwach waren, gegen einen übermächtig scheinenden Angreifer die Freiheit und Unabhängigkeit schenkte. Wie er habe sich Söhngen immer für Mitmenschlichkeit und Toleranz eingesetzt, gerade auch für Menschen, die nicht im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen. So ist Peter Söhngen einer der Baumeister der sozialen Großstadt Neuss. Für seine Überzeugungen streitet er – nicht laut, aber effektiv. Friedfertig eben.

Und genau so agierte Söhngen am Samstag. Die große Bühne nutzte er, um nahezu beiläufig und dabei sehr bewusst alle Beteiligten auch in Zeiten leerer kommunaler Kassen in die soziale Pflicht zu nehmen: "Es zeigt sich, dass sowohl in der Bevölkerung als auch in Rat und Verwaltung nach wie vor Verständnis für soziale Belange vorhanden sind." Und das soziale Gewissen Söhngen sagte unüberhörbar, was er von seinen Nachfolgern erwartet. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, "um möglichst allen Kreisen und Schichten eines urbanen Gemeinwesens das Gefühl, ja vielleicht die Sicherheit zu geben, dass sie im Ringen der unterschiedlichen Interessen ihren Platz in der Gesellschaft finden." Werde die Mehrzahl der Bürger auf diesem Weg nicht mitgenommen, so mahnte Söhngen, werde es schwierig, "sie auch in Zukunft für diese Stadt zu begeistern, geschweige denn, sie für eigene Aktivitäten zu gewinnen."

Söhngens Botschaft hörten Landrat Petrausche, Bürgermeister-Vize Nickel, Hermann Gröhe MdB und Erster Beigeordneter Frank Gensler – sie werden Bürgermeister Napp und Sozialdezernent Hahn, die im Gartensaal fehlten, berichten, was "Peter der Friedfertige" als soziales Gewissen der Stadt zu sagen hatte ...

(NGZ)