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Neuss: PCB: Messwerte an Grundschule weiter unklar

Neuss : PCB: Messwerte an Grundschule weiter unklar

Die Eltern der Dreikönigenschule sind enttäuscht und wütend: "Wir werden nach Strich und Faden belogen", so das Resümee von Anja Lawrenz, Vorsitzende der Schulpflegschaft, nach der Sondersitzung des Schulausschusses. Dort hatte Bürgermeister Herbert Napp sich erneut geweigert, PCB-Messergebnisse der Dreikönigenschule zu veröffentlichen. Die SPD kündigte daraufhin an, Akteneinsicht nehmen zu wollen.

Die Sozialdemokraten hatten die gestrige Sitzung beantragt, weil sie Klarheit wollten über die Situation der Schule, die nach der fehlgeschlagenen Sanierung geschlossen worden war. "Wir fordern die versprochene Transparenz ein", sagte die schulpolitische Sprecherin der SPD, Gisela Hohlmann mit Hinblick auf die Verwaltung, die dieses Versprechen vor den Sommerferien gegeben hatte. Napp jedoch wiegelte ab, sprach im Verlauf der Sondersitzung von einem "völlig überflüssigen Treffen", unter Zustimmung der Fraktionen CDU, FDP und Grüne, die das Anliegen der SPD nicht unterstützen wollten.

Napp führte die "laufende Sanierung" an. Darüber sei der Informationsbedarf nicht mehr gegeben: Die Dreikönigenschule habe ja nun ihren Sitz im Hammfeld – Kinder und Lehrer seien dem Giftstoff PCB nicht mehr ausgesetzt. Dies sorgte für Proteste der Eltern. "Natürlich wollen wir wissen, welchen Belastungen unsere Kinder ausgesetzt worden sind", sagte Lawrenz, unterstützt durch die stellvertretende Vorsitzende des Neusser Stadtelternrats, Ute Breuer. Sie warf der Verwaltung vor, durch mangelnde Transparenz Vermutungen, Spekulationen und Ängste zu schüren. Napp gab den Vorwurf zurück. "Sie machen hier die Welle, das ist Panikmache", sagte er in Richtung Stadtelternrat und SPD-Fraktion.

Die emotionale Diskussion ließ auch nach einem Themenwechsel – die Situation der Bustransfers ist verbesserungswürdig – nicht nach. Mehrmals musste die Ausschussvorsitzende Stephanie Wellens die Politiker ermahnen, die sich gegenseitig nicht ausreden ließen, dazwischenredeten und sich einer sachlichen Diskussion entzogen. Beschlossen wurde schließlich, dass die Stadt sich bemühen soll, die Taktung der Bustransfers zu optimieren. Denn derzeit müssen viele Grundschüler mittags über zwei Stunden warten, bis ihr Bus für den Heimweg kommt. Kommentar

(NGZ)