Neuss: PCB-Entwarnung für Schule

Neuss : PCB-Entwarnung für Schule

Von den zwölf auf PCB-Belastung untersuchten Beschäftigten an der Dreikönigenschule muss sich niemand ernste Sorgen um seine Gesundheit machen. Das betont Professor Ulrich Ewers vom Hygiene-Institut des Ruhrgebiets.

Die Lehrer und Schüler an der Dreikönigenschule sind keinem höheren Erkrankungsrisiko durch die seit 1989 verbotenen Polychlorierten Biphenyle (PCB) ausgesetzt als der Rest der Bevölkerung. Zu diesem Schluss kommt Professor Ulrich Ewers vom Hygiene-Institut des Ruhrgebiets, der die Blutwerte von zwölf an der Einrichtung Beschäftigten untersucht hat.

Nicht akut besorgniserregend

Auch Lehrerin Ursula Boden, die sich an unsere Zeitung gewandt hatte, muss sich demnach keine akuten Sorgen um ihre Gesundheit machen. Zwar liegt bei ihr der Wert des PCB-Kongeners 28 mit 0,07 Mikrogramm je Liter Blut deutlich über dem Referenzwert von 0,02 Mikrogramm/l. Ewers erklärte jedoch gestern im Gespräch mit der NGZ, dass für die Beurteilung einer Gesundheitsgefährdung der summierte Wert von sechs bestimmten PCB-Kongenern herangezogen werden muss, der dann die Gesamtbelastung widerspiegelt. Kongenere sind chemisch eng verwandte Stoffe; beim PCB gibt es davon 209. Sechs sind für die Ermittlung der Gesamtbelastung relevant: PCB 28, PCB 52, PCB 101, PCB 138, PCB 153, PCB 180. Kritisch wird es, wenn die Summe dieser Werte 7 Mikrogramm/l überschreitet.

Dies sei aber bei keiner der untersuchten Personen an der Dreikönigenschule der Fall, betonte Ewers. Die Werte liegen zwischen 0,504 Mikrogramm/l und — im Extremfall — 4,224 Mikrogramm/l, also deutlich unter dem bedenklichen Wert. Ursula Boden hat mit 3,539 Mikrogramm/l den zweithöchsten Wert der Untersuchten. Ewers betonte, dass sich die PCB-Konzentration in der Raumluft durch Lüften drastisch senken lasse: "Das ist die am schnellsten wirksame Maßnahme."

Armin Krüger, Technischer Leiter beim Gebäudemanagement der Stadt, hat sich ebenfalls tief in die Materie eingearbeitet. Er machte gestern deutlich, welch gewaltiger Aufwand mit PCB-Sanierungen verbunden ist. Denn PCB-Baustellen unterliegen ganz besonderen, strengen Regeln. Sie sind zum Beispiel nicht offen begehbar, es muss in Schutzkleidung gearbeitet werden, möglicherweise ebenfalls verunreinigte Bauteile, Möbel, Beschichtungen müssen mit entsorgt werden. Bei der Dreikönigenschule kommt ein Platzproblem hinzu. Wenn das Containerdorf für die bald auf Hochtouren laufende PCB-Sanierung des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums aufgebaut ist (dorthin sollen die Gymnasiasten ausweichen), reicht die Fläche nicht aus, um zeitgleich die Dreikönigen-Grundschüler auszulagern. Und die Sanierung am Humboldt dauert nach Krügers Einschätzung bis mindestens 2014 . . .

(NGZ)
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