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Neuss: Pauels definiert CDU-Leitplanken

Neuss : Pauels definiert CDU-Leitplanken

Wenn die CDU im Kreis einmal im Jahr zu ihrer Veranstaltung "Leitplanken" einlädt, dann wissen Eingeweihte: Der Fokus wird auf das christliche Profi der Partei gerichtet. Am Mittwoch geschah dies mit Hilfe eines Experten aus "Gottes Bodenpersonal". Diakon Willibert Pauels, populär als "Ne bergische Jung" im Karneval, trat im Zeughaus mit einem Thema vor seine Zuhörer, die zunächst eine Kanzelpredigt befürchten ließ: "Mit dem Glauben ist nicht zu spaßen". Doch wer ihn kennt, der weiß, dass es bei der Würze seiner Vorträge sowohl an Salz und Pfeffer als auch an Appetitanregern für Freude am Glauben nicht mangelt.

"Mit dem Glauben hört der Spaß auf" und "Mit dem Glauben fängt der Spaß erst an", diese beiden Gegensätze können laut Pauels beide ihre eigene Bedeutung entfalten, abhängig vom situativen Kontext. So höre der Spaß beim Glauben auf, wenn es sich nur noch um Comedy, eine oberflächliche Reizreaktionsgeschichte oder einen Gag handele.

Freue Dich – so ist der vierte Fastensonntag überschrieben. Dieser Tag heiße auch "Rosensonntag" und es gebe die Deutung, so Pauels, dass der Rosenmontag nach der Blume benannt und an den Rosensonntag angelehnt sei. In einigen Nachbarländern Deutschlands herrscht an diesem Tag eine Stimmung wie an Karneval. Dies gilt auch für Ostbelgien, wo Pauels am vierten Fastensonntag war; vier Tage nach dem schweren Unglück eines belgischen Reisebusses in der Schweiz. Bei der Rede, die er dort hielt, sei die Stimmung gedämpft gewesen. Man könne jedoch auf Grund des Glaubens auch im Leid noch Hoffnung haben, betonte Pauels und zitierte er den Religionsphilosopfen Romano Guardini (1855-1968): "Geborgenheit im Letzten gibt Gelassenheit im Vorletzten." Ein depressiver Mensch, der nur seine Angst und das Dunkel sehe, müsse dazu gebracht werden, das Helle zu sehen. Ausschlaggebend ist laut Pauels immer der Blickwinkel, aus dem man eine Situation betrachtet.

(NGZ)