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Passion von James Mac Millian im Quirinusmünster Neuss

Passionskonzert in Neuss : Passion von James Mac Millian im Münster

Die zyklische Passionsmusik von James MacMillan, „Seven last Words from the Cross“ stellt der musikalische Leiter der Neusser Münsterkonzerte, Joachim Neugart, in einem Konzert in der Basilika Minor vor.

MacMillian, geboren 1959, der Messiaen und Schostakowitsch zu seinen Vorbildern zählt, schreibt seine Musik aus einer leidenschaftlichen kompositorischen und geistigen Berufung. Der Komponist zeichnet sich unter anderem auch durch ein instinktives Gefühl für das Dramatische aus, das sich deutlich durch sein ganzes Œuvre zieht.

Kein Ereignis ist wohl so dramatisch wie die Kreuzigung Jesu Christi – was die brutale Gewalt als auch die außerordentlichen Folgen betrifft. MacMillan gelingt in seinen „Seven Last Words from the Cross” [Sieben letzte Worte am Kreuz] Ähnliches wie Bach in der Matthäuspassion.

Das Werk wurde vom BBC-Fernsehen in Auftrag gegeben und in sieben einzelnen Episoden in der Karwoche 1994 ausgestrahlt. Beachtenswert ist die Kombination aus einer Meditation über die schrecklichen Ereignisse, die zu diesen letzten Äußerungen führten, und einem intensiven, voll ausgereiften Drama, das man auch leicht auf die Bühne bringen könnte.

MacMillian selbst beschrieb seine Intention, „die Worte in einer sehr persönlichen Weise auszuloten“. Nämlich in Übereinstimmung mit seinem zentralen Anliegen, Menschen als ernste Hörer mit Musik zusammenzuführen, damit sie durch Musik irgendwie verändert werden.

Der Kammerchor Capella Quirina Neuss und das Neusser Kammerorchester präsentieren das Passionswerk. Vom Chor werden dabei alle Schattierungen der vokalen Ausdruckspalette verlangt – extreme Lagen, intensive Kantilenen, die Addition vielstimmiger Akkorde. Die Streichinstrumente werden an dieser Idee beteiligt, die Bandbreite der dafür vorgeschriebenen Spieltechniken ist bemerkenswert. MacMillans eigene Beschreibung des letzten Satzes, „Father, into thy hands I commend my spirit“ [Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist], zeigt dies überaus persönlich: Das erste Wort wird dreimal qualvoll ausgerufen. Dann zieht sich die Musik resigniert zurück. Der Chor ist fertig – das Werk wird danach von den Streichern allein beendet. Die Violinseufzer im letzten Satz entsprechen den letzten Atemzügen Christi.

Info Münsterplatz, Sonntag 24. März, 20- 21 Uhr, Eintritt an der Abendkasse 15 Euro

(NGZ)