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Partnerstadt von Neuss: Saint Paul blickt auf die US-Präsidentschaftswahl

Partnerstadt von Neuss : Saint Paul ist im Wahlmodus

Wie werden die USA am Dienstag wählen? Die US-Stadt Saint Paul, Partnerstadt von Neuss, blickt gebannt auf den Ausgang der Präsidentschaftswahl.

Am Dienstag wird in den USA der Präsident gewählt. Lübbert Kruizenga hat seine Stimme schon „vor Wochen“ abgegeben, wie er gegenüber unserer Redaktion erklärt. Er gehört zum Vorstand der deutsch-amerikanischen Handelskammer in Minnesota, dem Staat, in dem Neuss’ Partnerstadt Saint Paul liegt.

 Lübbert Kruizenga kommt gebürtig aus Deutschland, besitzt seit 2008 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er gehört zum Vorstand der German-American Chamber of Commerce Minnesota.
Lübbert Kruizenga kommt gebürtig aus Deutschland, besitzt seit 2008 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Er gehört zum Vorstand der German-American Chamber of Commerce Minnesota. Foto: privat

Die Stimmung in Saint Paul und seiner „Zwillingsstadt“ Minneapolis sei „abwartend, aber auch gespannt“. In den Städten werde eher demokratisch gewählt, auf dem Land stünden viele Schilder, die für Trump werben. „Die politische Spaltung des Landes zeigt sich also auch geographisch innerhalb von Minnesota.“ Insgesamt sei der Staat eher demokratisch.

 Linda DeRoode ist Vorstand des German-American Insitute in Minnesota.
Linda DeRoode ist Vorstand des German-American Insitute in Minnesota. Foto: privat

„Wir sind ein Staat, der sich damit rühmt, anderen zu helfen“, sagt Linda DeRoode dazu, Vorständin des German-American Instituts in Minnesota.

 Darrel Schenk ist tragender Teil der Städtepartnerschaft Saint Paul/Neuss in Bezug auf Karneval und pensionierter Deutschlehrer.
Darrel Schenk ist tragender Teil der Städtepartnerschaft Saint Paul/Neuss in Bezug auf Karneval und pensionierter Deutschlehrer. Foto: privat

Vor vier Jahren hingegen schienen einige Vororte von Saint Paul, die heute als demokratisch gelten, noch Trump zu unterstützen, erinnert sich Darrel Schenk. Er ist ein tragender Teil der seit 1999 bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Neuss und Saint Paul. Auch die Proteste im Zuge der „Black Lives Matter“-Bewegung dürften zu dieser Entwicklung beigetragen haben. „Minderheiten werden viel zahlreicher zur Wahl gehen und eher liberal abstimmen“, vermutet Lübbert Kruizenga. Die Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus waren im Frühjahr nach dem Tod Georg Floyds in Minneapolis ausgebrochen und hatten mancherorts zu Ausschreitungen geführt.

Derzeit bliebe es in Minnesota kurz vor der Wahl eher friedlich, so Kruizenga. Dass die Stimmung vor oder nach der Wahl kippt, sei aber nicht auszuschließen: „Hoffentlich wird es keinen Bürgerkrieg geben.“ Linda DeRoode befürchtet, dass es nach dem Wahltag am Dienstag zu Ausschreitungen kommen könnte. „Wenn Trump wieder gewinnt, werden die Menschen mit einer starken Meinung über ihn Gegenreaktionen auslösen“, vermutet sie. Der Präsident müsse respektiert werden, findet sie, unabhängig von der Person. Dieser Respekt fehle. „Momentan sind wir nicht die Vereinigten Staaten, sondern eher die entzweiten Staaten.“

Und wenn Trump verliert? Seit Wochen gibt es Zweifel, ob er im Falle einer knappen Niederlage das Weiße Haus friedlich an Joe Biden übergeben wird. Darrel Schenk vermutet, dass Trump dann den Supreme Court, das oberste amerikanische Gericht, über den Ausgang der Wahl entscheiden lassen könnte. „Dann befürchte ich große Probleme“, sagt er.