Neuss Parteien vermissen Konzept für Radverkehr in der Stadt

Neuss · Das Wiedereinsetzen eines Unterausschusses Radverkehr war ein Signal: Das Thema "mobil auf zwei Rädern" muss einen besonderen Stellenwert bekommen. Doch der Bau neuer Radwege ist teuer, und der Ausbau des Netzes kommt nur in kleinen Schritten voran. Und ob der Radschnellweg kommt, steht in den Sternen - auch wenn die Stadt in diesem Jahr 10 000 Euro Planungskosten investiert. Neuss - eine fahrradfreundliche Stadt?

 Die Radstation ist wichtig für ein attraktives Angebot für Radfahrer. Die Öffnungszeiten müssten aber benutzerfreundlicher sein.

Die Radstation ist wichtig für ein attraktives Angebot für Radfahrer. Die Öffnungszeiten müssten aber benutzerfreundlicher sein.

Foto: Andreas Woitschützke

CDU Der Radschnellweg wird eine interessante Erweiterung des Angebotes sein, ist sich die CDU sicher und begründet so, warum sich Neuss beim Land um dieses Referenzprojekt beworben hat. Im Fahrradwegenetz konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Lücken geschlossen werden, betont die CDU. Dies werde fortgesetzt. Auch die Öffnung von Einbahnstraßen für Fahrradfahrer in beide Richtungen verbessere das Angebot.

SPD Die Stadt müsste aktiv für die Nutzung des Fahrrades werben, die Radwege bedarfsgerecht ausbauen und mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder bereitstellen, fordert die SPD. Der Radschnellweg müsse optimal in das vorhandene Radwegenetz eingebunden werden, betont sie und fordert, den linksrheinischen Radwanderweg am Neusser Hafen mit einem Brückenschlag an der Ölgangsinsel nach Heerdt zu vollenden.

FDP Neuss ist eine fahrradfreundliche Stadt, hält die FDP mit Blick auf Erreichtes fest. Nachholbedarf sieht sie - was Einhaltung der Straßenverkehrsordnung angeht - bei Rad- und Autofahrern. Die Enge der Radwege auf den großen Straßen führe nämlich oft zu gefährlichen Situationen. Neben dem Erhalt der Radstation am Bahnhof regt die FDP ein Leihfahrradsystem mit Stationen in den Ortsteilen an.

Grüne Es fehlt nicht viel zum Prädikat "fahrradfreundliche Stadt", meinen die Grünen, da sich durch intensive Lobbyarbeit einiges getan habe. Es gebe gute Radwegeverbindungen, die noch untereinander vernetzt werden müssen. Wichtig seien ein schlüssiges Konzept und eine Zeitvorgabe für die Umsetzung. Der von den Grünen durchgesetzte Radschnellweg sollte dabei einbezogen werden.

Linke Neuss ist viel fahrradfreundlicher als andere Städte in der Umgebung, hält die Linkspartei anerkennend fest. Ihr fehlt aber ein schlüssiges Gesamtkonzept. Es gebe noch zu viele Gefahrenstellen, etwa weil Fahrradwege abrupt enden oder Straßenübergänge fehlen.

(NGZ)