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Neuss: Parken: Einfacher und teurer

Neuss : Parken: Einfacher und teurer

Der Abendtarif in den Parkhäusern hat sich fast verdoppelt, die Taktung in den Tagesstunden wurde neu geregelt, Kurzparker müssen früher bezahlen. Gut, dass einige Händler sich an diesen Kosten beteiligen.

Wer abends ins Kino oder ins Theater geht und sein Auto im Parkhaus abstellt, muss deutlich mehr zahlen als früher: Der Abend- und Wochenendtarif wurde von 1,60 Euro auf 3 Euro angehoben und von 18 Uhr auf 19 Uhr verschoben. Das diene der Vereinfachung, erklärt Peter Rebig von Neuss-Marketing, macht das Parken aber vor allem eines: teurer. Dabei sind die Gebühren tagsüber nicht gestiegen, lediglich die Taktung wurde von 15 auf 30 Minuten geändert.

"Der 15-Minuten-Takt hat sich nicht bewährt", resümiert Dirk Reimann von der City-Parkhaus GmbH, die in Neuss die vier Parkhäuser Rheintor, Niedertor, Tranktor und Rathaus betreibt. Glattere Summen und weniger Kleingeld: Das sei für Betreiber und Kunden komfortabler, die nun nicht mehr nach Fünf-Cent-Münzen kramen müssen. 30 Minuten kosten jetzt 70 Cent (vorher: 15 Minuten 35 Cent).

In den "Randbereichen" wurden weitere Änderungen vorgenommen: Kurzparker werden neuerdings schon nach 15 Minuten zur Kasse gebeten (vorher: 30 Minuten), der Tages-Höchsttarif wurde von 8 auf 10 Euro angehoben. Für Dirk Reimann handelt es sich dabei lediglich um eine "moderate Anpassung", die alle paar Jahre durchaus zu vertreten sei. Klagen gegen den neuen Tarif sind auch bei Peter Rebig nicht angekommen: "Wenn wir uns mit anderen Städten gleicher Größenordnung vergleichen, liegt Neuss im Mittelfeld."

Eine Möglichkeit, sein Auto kostengünstiger in der City abzustellen, ist die Parkvergütung durch die Händler. "Diese kaufen bei uns Wertschecks für je 70 Cent zu rabattierten Preisen ein und geben sie an die Kunden weiter", erklärt Rebig. Der Coupon wird im Anschluss an den Parkschein in den Automaten eingeführt — und der Preis reduziert sich entsprechend. Wie viele Gutscheine ein Händler ausgebe, liege dabei in seinem Ermessen.

Führte dieses System bislang eher ein "Mauerblümchen-Dasein", so wird nun kräftig die Werbetrommel gerührt: "Es sind schon rund 70 Geschäfte aus der Innenstadt dabei", freut sich ZIN-Vorsitzener Christoph Napp-Saarbourg. Da andere Parkhaus-Betreiber wie Galeria Kaufhof oder Sparkasse ihren Kunden ebenfalls einen Teil der Kosten vergüten, sei es in Neuss durchaus möglich, günstig oder sogar kostenlos zu parken, wenn man die Möglichkeiten ausnutze.

Um zusätzlichen Parkraum an verkaufsoffenen Sonntagen oder an den Samstagen im Advent zu gewinnen, regt Napp-Saarbourg an, an diesen Tagen Schulhöfe oder einen Teil des Münsterplatzes zum Parken frei zu geben. Für Peter Rebig ist dies ein "schwieriges Thema", da Fragen wie Bewirtschaftung und Aufsichtspflicht geklärt werden müssten. Er sieht auch den Bedarf nicht: "Bis auf kurze Phasen von vielleicht 30 Minuten an Advents-Samstagen ist in der Innenstadt immer Parkraum verfügbar."

(NGZ)