Neuss: Panzerknacker fanden Schlüssel

Neuss : Panzerknacker fanden Schlüssel

Neuss (mape) Die Neusser Polizei hatte zuletzt rund 15 Einbrüche in der Nordstadt aufklären können. Jetzt ist klar: Auf das Konto der drei Festgenommenen gehen noch wesentlich mehr Taten.

Neuss (mape) Die Neusser Polizei hatte zuletzt rund 15 Einbrüche in der Nordstadt aufklären können. Jetzt ist klar: Auf das Konto der drei Festgenommenen gehen noch wesentlich mehr Taten.

Unter anderem waren zwei von ihnen mehrfach in die Zentrale der Rheinbahn in Oberkassel eingebrochen - um dort "unter freundlicher Mithilfe" der Rheinbahn den Tresor leer zu räumen.

Groß war nämlich das Erstaunen bei Polizei und Rheinbahn, als Anfang Juni der Safe nach einem nächtlichen Einbruch geleert war, es aber keinerlei Aufbruchsspuren gab. Mittlerweile wissen die Ermittler: Es konnte auch keine Spuren geben. Mitarbeiter der Rheinbahn hatten den beiden 18 und 20 Jahre alten Einbrechern aus Neuss den Tresor-Schlüssel nämlich quasi auf dem "Präsentierteller" serviert.

"Wir haben in einem der Büros eine Geldkassette gefunden, da war der Schlüssel drin", räumten die beiden Jugendlichen in ihren Vernehmungen ein. Sie brauchten den Schlüssel nur ins Schloss stecken und waren um 6000 Euro reicher. Doch nicht nur das: Der zweite Schlüssel am Schlüsselbund erwies sich als "Generalschlüssel" für das komplette Zentralgebäude.

Deshalb ließen es sich die beiden Neusser auch nicht nehmen, die Rheinbahn nachts noch ein zweites Mal zu besuchen. Bei ihrem zweiten Einbruch allerdings fanden sie nur 600 Euro in bar. "Der jüngere der beiden Täter hatte zudem Ortskenntnisse," berichtete Polizeisprecher Markus Niesczery.

Wegen "Schwarzfahrens" hatte der 18-Jährige in der Rheinbahnzentrale schon einmal eine Strafe zahlen müssen. "Bei der Gelegenheit war ihm aufgefallen, dass sich dort offenbar ein Einbruch lohnt."

Er ist der Polizei als "Intensivstraftäter" bekannt und hat die typische "Karriere" hinter sich. Die Neusser sollen noch weitere fünf Taten in Düsseldorf begangen haben. Der 18-Jährige gestand ferner, mit einem Bagger nachts einen Friedhof in Heerdt verwüstet zu haben. Er sitzt er in Haft. .

(NGZ)
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