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Neuss: Orden für konsequenten Streiter

Neuss : Orden für konsequenten Streiter

Albert Wunsch, Autor von Titeln wie "Die Verwöhnungsfalle", wurde gestern mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Wenn die Stadt versucht, Hand an die Jugendeinrichtungen zu legen, dann ist er zur Stelle: Albert Wunsch. Der Erziehungswissenschaftler, Psychologe und Buchautor, der für eine Erziehung zu mehr Eigenverantwortung wirbt, damit Kinder die Möglichkeit erhalten, auch Konfliktfähigkeit zu erlernen, hat mehr als einmal bewiesen, dass er Konflikten nicht aus dem Wege geht. Denn wenn es um den Erhalt der sozialen Infrastruktur im Allgemeinen und um Einrichtungen wie das "Haus der Jugend" im Speziellen geht, zieht Wunsch sogar demonstrierend bis vor das Rathaus. Diesem mitunter unbequemen weil konsequenten Mann hat der Bundespräsident jetzt das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der dem 68-Jährigen gestern die Auszeichnung überreichen durfte, konnte in seiner Laudatio viele wichtige Wegmarken im Leben des Wahl-Neussers nur streifen. So zeichnete er – wenn auch nur in groben Strichen – ein Lebenswerk auf, das aus Neusser Sicht 1968 begann. Damals kam Albert Wunsch als Jugendbildungsreferent ins Katholische Jugendamt, wurde später dessen Leiter und blieb es, bis das Büro im Kardinal-Frings-Haus schloss.

Der promovierte Erziehungswissenschaftler war auch immer Lehrer. Ab 1972 unterrichtete er Studenten der Fachhochschule Düsseldorf, später an der Uni Düsseldorf oder der Katholischen Hochschule für Sozialwesen – und heute noch an der Hochschule für Oekonomie und Management in Neuss. Petrauschke: "Er hält Vorträge, ist Berater für Erziehung, Partnerschaft und Konflikt-Management und Buchautor." Der vor zwölf Jahren erschienene Titel "Die Verwöhnungsfalle" wurde gerade zum 14. Mal aufgelegt. Es ist der erfolgreichste Titel Wunschs und hat ihn längst deutschlandweit zur Marke geadelt.

(-nau)