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Neuss: Optionskommune: Stadt und Kreis streiten

Neuss : Optionskommune: Stadt und Kreis streiten

Das Klima zwischen Stadt und Kreis beim Thema Optionskommune verschärft sich. So bezeichnete der Allgemeine Vertreter des Landrates und Kreis-Sozialdezernent, Jürgen Steinmetz, die Vorlage der Neusser Verwaltung im Sozialausschuss als "frech und unverschämt". Der Stadt fehle offenbar die nötige Sachkenntnis.

Streitpunkt: Nach dem entsprechenden politischen Beschluss des Kreistages hat sich der Rhein-Kreis beim NRW-Arbeitsministerium als so genannte "Optionskommune" beworben. Danach will sich der Kreis künftig in Eigenregie um die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen kümmern.

Heute kümmert sich die Arge um die Langzeitarbeitslosen, die Arbeitsgemeinschaft zwischen der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen. Die wurde zum "Jobcenter" aufgepeppt und ist der Favorit des Neusser Rathauses. Sozialdezernent Stefan Hahn bemängelt, bei der Optionskommune fehlende Gestaltungsspielräume, spricht von zwei Millionen Euro höheren Kosten und glaubt an die effektivere Vermittlung der Langzeitarbeitslosen per Jobcenter.

Dem widerspricht Jürgen Steinmetz vehement: "Genau das Gegenteil ist richtig. Die Stadt hat sich im Vorfeld an keiner Steuerungs- und Arbeitsgruppen beteiligt." Weil, so Hahn, es sich dabei "nicht um ein ernsthaftes Angebot zur Mitgestaltung handelte".

In Neuss leben mit rund 30.000 Menschen etwas mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen des Kreises. Steinmetz: "Würde sich die Stadt Neuss finanziell alleine um sie kümmern, müsste es 2,7 Millionen Euro mehr aufwenden als heute."

(NGZ)