Neuss: Opernstoff wird temporeiche Eisrevue

Neuss : Opernstoff wird temporeiche Eisrevue

Beim Eismärchen "Der fliegende Holländer" entführt der NSK die Zuschauer auf die sieben Weltmeere.

Während andere noch schlafen, wird auf dem Eis der Neusser Eissporthalle schon hochkonzentriert geprobt. Es ist sechs Uhr morgens und die etwa 150 Mitwirkenden des Eismärchens "Der fliegende Holländer" vom Neusser Schlittschuh-Klub (NSK) üben ihre Choreographien, damit zur Premiere alles hundertprozentig klappt. Dafür opfern gerade die rund 120 Kinder und Jugendliche gerne einen großen Teil ihrer Freizeit.

Sechs Mal werden sie im Dezember in dieser Eislauf-Show auftreten, die halb Märchen, halb Musical ist. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren — geprobt wird bereits mit Kostüm und in Kulisse.

Schon zum 38. Mal wird ein NSK-Weihnachtsmärchen aufgeführt. Obwohl alle Mitwirkenden Amateure sind, findet die Show inzwischen beinahe mehr Zulauf als große kommerzielle Aufführungen. "Um die Zuschauer wieder zu beeindrucken, setzten wir dieses Mal noch einen drauf", erklärt Ulrich Giesen, seit zwanzig Jahren NSK-Vorsitzender. Er verspricht ein echtes Spektakel. "Diese Show wird die temporeichste und beeindruckendste, die wir je auf die Beine gestellt haben."

Giesen spricht von vielen Highlights: Kostüme mit eingebauten LED-Lampen, eine extra angemietete Lichtanlage, die die mystische Stimmung des Stücks unterstreichen soll, live gesungene Musical-Hits und drei eigens für die Aufführung gebaute Schiffe, jedes zehn Meter lang. "Die 30 mal 60 Meter große Eisfläche ist größer als eine Theaterbühne", sagt Sascha Lenden, der den Kulissenbau organisiert. "Da bedarf es auch größerer Kulissen, um das Publikum zu begeistern."

Die Verkaufszahlen der Karten sprechen da eine deutliche Sprache: Zwei der sechs Shows sind bereits ausverkauft. Gute Einnahmen sind auch dringend nötig, denn der betriebene Aufwand hat seinen Preis. Allein die angemietete Lichtanlage kostet mehrere tausend Euro.

Die Darsteller werden nicht bezahlt. Umso erstaunlicher ist das Engagement, das schon der mit vier Jahren jüngste Mitwirkende an den Tag legt. Über die Disziplin, die die Eisläufer zeigen, staunt auch der Vorsitzende: "In den Sommerferien sind die Solisten ins Sauerland gereist, um ihren Auftritt in einer Sommersporthalle zu trainieren." Und auch die Herbstferien waren für niemanden trainingsfrei.

Die Show glänzt vor allem durch erstklassige Eiskunstläufer. So übernimmt Lea Schwinum die Hauptrolle. In den vergangenen Jahren hatte sie ihr Bundesland erfolgreich bei den Deutschen Meisterschaften vertreten. Aber auch das weitere Ensemble muss sich nicht verstecken — für die Show kommen professionelle Sänger, Musiker und sogar Stuntleute aus ganz Deutschland.

Um die Show für alle Altersgruppen attraktiv zu gestalten, wurde die Sage vom "Fliegenden Holländer" neu aufbereitet. Das Eislauf-Musical erzählt nun die Geschichte von einem niederländischen Kapitän, der dazu verdammt ist, bis zu seiner Erlösung rastlos die Weltmeere zu durchqueren und nur alle sieben Jahre an Land gehen zu dürfen, sondern was Grietje, die Tochter eines Ostindien-Fahrers und ihre Gouvernante erleben. So viel sei verraten: Schöne Meerjungfrauen und ein Kampf auf dem Eis sind nur einige Aspekte dieses Abenteuers.

(NGZ/rl)
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