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Neuss: Opernstar schult Nachwuchs

Neuss : Opernstar schult Nachwuchs

In ihrem Meisterkursus für Gesang empfängt Krisztina Laki junge Sänger aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Tokyo. Heute präsentieren die Teilnehmer in einem Konzert im Clemens-Sels-Museum erste Ergebnisse.

Düsseldorf/Neuss Öffnet man die Pforten der Düsseldorfer Thomaskirche, so wird man bereits im Eingangsbereich vom Volumen kräftiger junger Nachwuchsstimmen überwältigt. Vor dem weihnachtlich geschmückten Altar steht der junge Hamburger Tenor Stefan Hahn und singt voller Inbrunst "Auf dem Wasser zu singen" von Franz Schubert.

Am Rande sitzt Professor Krisztina Laki, dirigiert mit großen Gesten und stützt ihn mimisch; Mikhail Berlin, ein sensibler Pianist, ebenfalls Meister seines Fachs, begleitet ihn am Flügel. Immer wieder unterbricht sie den Vortrag: "Es darf nicht nach Arbeit aussehen", rät sie etwa ihrem Schüler und feilt noch etwas an der Phrasierung. Es herrscht eine angenehme Arbeitsatmosphäre, der Ton ist kritisch konstruktiv, ihre Arbeitsfreude grenzenlos.

Wenn die berühmte Sopranistin nicht an der Hochschule der Künste in Bremen unterrichtet, fliegt sie um die Welt und teilt ihr Wissen und ihre Erfahrungen aus Jahrzehnten voller erfolgreicher Opernpremieren und Einspielungen mit dem neugierigen Nachwuchs. Ein besonderes Engagement führte sie zuletzt nach Japan: "Vor einem Jahr wurde ich von Professor Toshimitsu Kimura in das erstklassige Opernstudio des New National Theatre in Tokyo eingeladen.

Schon dort ist mir aufgefallen, mit welcher unglaublichen Liebe, Beharrlichkeit und Fleiß diese jungen japanischen Künstler sich unserer abendländischen Musik zuwenden", sagt sie. Dieses Jahr wurde sie erneut eingeladen, konnte die Reise aber aus familiären Gründen nicht antreten. "Dann kommen wir hierher", entschlossen sich die jungen Japaner. Die Expertise der Grande Dame wollte keiner missen.

Kazuma Goto ist einer von ihnen; ein Bassbariton "mit einer unglaublichen Röhre", schwärmt Laki. Seine Bewunderung gilt vor allem ihrer Technik: "Die passt gut zu mir. Immer dann, wenn ich ihre Technik nutze, fallen mir die hohen Töne viel leichter", verrät er. Auch ist es für ihn eine willkommene Abwechslung zu den Lehrgewohnheiten daheim: "Japanische Dozenten achten mehr auf kleinste Details, während hier das große Ganze, der Klang und große Bogen im Vordergrund stehen".

Die japanische Delegation hat nicht nur einen eigenen Simultandolmetscher dabei, sondern auch eine eigene Pianistin, Ayako Takada. In den Proben begleitet die attraktive junge Frau ihre japanischen Kollegen mit größter Delikatesse, in den Konzerten teilt sie sich die pianistische Arbeit dann mit Mikhail Berlin.

Die Früchte der intensiven Arbeit, gründlich erarbeitete Meisterwerke aus Oper, Operette, Lied und Oratorium, präsentiert der begabte Nachwuchs heute im Gartensaal des Clemens-Sels-Museums. "Dass wir das Clemens-Sels-Museum gewinnen konnten, war wirklich ein Glücksfall. Wir haben angefragt, ein paar Materialien abgegeben und konnten die Direktion schnell für unsere Pläne begeistern. Ein Brückenschlag zwischen Kunst und Musik lag denen besonders am Herzen", erzählt Christian Oscar Gazsi Laki, Sohn und Manager Krisztina Lakis. Die Weichen für einen wunderbaren Liederabend sind somit gestellt.

(NGZ)