Prozess um Fall Jörg F. aus Neuss: Onkel gibt tödliche Misshandlung von Elfjährigem zu

Prozess um Fall Jörg F. aus Neuss: Onkel gibt tödliche Misshandlung von Elfjährigem zu

Im Fall des getöteten Elfjährigen aus Neuss hat der Mordprozess in Düsseldorf begonnen. Zum Auftakt räumte der angeklagte Onkel des Jungen die Vorwürfe weitgehend ein. Die kaum erträglichen Details ließ er von seiner Anwältin verlesen.

Der Angeklagte Sven F. wippt nervös mit den Füßen, als die Anwältin seine Erklärung vorliest. Der 41-Jährige gibt darin zu, dass sein Schlag gegen den Elfjährigen zum Tod des Jungen geführt hat. Das habe er aber nicht gewollt. Die Mutter von Jörg F. sitzt als Nebenklägerin mit im Saal des Düsseldorfer Landgerichts. Sie weint während der Verlesung pausenlos.

Die Anklage wirft dem Onkel vor, dem Jungen im Badezimmer einen so heftigen Schlag versetzt zu haben, dass dieser rückwärts in die Badewanne stürzte und bewusstlos wurde. Dann soll er, angeblich um das Kind zu wecken, diesem so heißes Wasser über den Kopf gegossen haben, dass der Elfjährige schwere Verbrühungen erlitt. Auch das gibt der Angeklagte zu. Obwohl der 41-Jährige erkannt habe, dass der Junge sich in einem kritischen Zustand befand, soll er anschließend kaltes Wasser in die Badewanne eingelassen und den Jungen seinem Schicksal überlassen haben.

In der Erklärung seiner Anwältin gibt er auch zu, dass er heißes und kaltes Wasser in die Wanne gefüllt hat, in der der Junge lag. Sein Motiv war Wut auf den Elfjährigen. Dieser habe sich geweigert, unter die Dusche zu gehen. Der Junge soll seinen Onkel verhöhnt haben, so schildert es die Anwältin des Angeklagten. Dann seien bei ihrem Mandanten „die Sicherungen durchgebrannt“. Er habe das Kind aber keinesfalls umbringen wollen. Nach der Verlesung dieser Erklärung endet der erste Prozesstag gegen den 41-Jährigen.

  • Prozess um toten Jungen aus Neuss beginnt : Onkel soll bewusstloses Kind schwer verbrüht haben

Zum Prozessauftakt hatte die Mutter des Opfers gemeinsam mit Bekannten mit T-Shirts auf das Schicksal ihres Sohnes aufmerksam gemacht. Auf ihren prangt ein Foto des Jungen, daneben steht: „Warum?“.

Anmerkung der Redaktion: Normalerweise lassen wir Blaulicht-Meldungen nicht kommentieren. Dies hatten wir bei dieser Nachricht übersehen und nachträglich die Kommentierfunktion deaktiviert. Aus Transparenzgründen lassen wir die bisher veröffentlichten Kommentare in diesem Fall stehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Prozessauftakt um getöteten Jungen in Neuss

(jasi/top/dpa)
Mehr von RP ONLINE