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Neuss: OGS auch in den Sommerferien

Neuss : OGS auch in den Sommerferien

Auch in den Ferien können Kinder zur Schule gehen. Nicht, um zu pauken, sondern um die Betreuung im Offenen Ganztag zu besuchen. Die Hälfte aller Neusser Schulkinder nimmt dieses Angebot wahr.

Berufstätige Eltern stehen jedes Jahr im Sommer vor der gleichen Aufgabe: Sechs Wochen Betreuung für die Kinder müssen sie organisieren. Zumindest die Hälfte der Zeit wird durch das Ferienangebot der Offenen Ganztagsschulen (OGS) überbrückt. In der ersten Ferienhälfte haben 15 und in der zweiten acht Schulen geöffnet.

Insgesamt nehmen über 1400 Kinder an den Ferienangeboten teil, das entspricht einem Schnitt von etwa 50 Prozent der Neusser Grundschüler. "Die Anzahl der Schüler, die nach dem Unterricht eine OGS besuchen, steigt seit Jahren an, dementsprechend auch die Zahl der Kinder, die in den Ferien da sind", sagt Johannes Bienefeld vom Schulverwaltungsamt der Stadt.

Mehr Zeit für die Kinder

Das Angebot für die Kinder ist vielfältig. Oft werden Mottowochen gestaltet. Letzte Woche waren die Kinder in der Görresschule mit dem Thema "Burg" beschäftigt. Es gab einen Ritterschmaus, bei dem die Kinder mit den Fingern essen durften, Blechritter wurden gebastelt und Schloss Burg besichtigt. Auch sportlich sind viele Programme mit Fußballschulen oder Kletterkursen.

"Der Vorteil der Ferienangebote ist, dass die Schüler sich ganz intensiv mit Themen auseinandersetzen können, wozu der straffe Schulalltag ansonsten keine Zeit lässt", sagt Karin Baltes, Fachberaterin von BEBS, Verein zur Förderung der Betreuung, Erziehung und Bildung außerhalb des Schulunterrichtes und Pädagogische Leiterin an der OGS der Görresschule. Wenn während der Schulzeit in der OGS ein bis zwei Stunden frei zur Verfügung stehen, seien es in den Ferien acht Stunden.

"Das genießen die Kinder", weiß Baltes. Ganz in Ruhe kann ein Gesellschaftsspiel gespielt oder ein längerer Ausflug in Angriff genommen werden. Zudem haben die Kinder mehr Platz und mehr Auswahl an Spielzeug, das ansonsten geteilt werden muss.

Doch gerade der Platz ist es, der den OGS in Neuss zu schaffen macht. Die Kapazitätsgrenzen sind räumlich gesehen fast erreicht. Den bundesweiten Durchschnitt von 35 Prozent OGS-Kindern hat Neuss mit mehr als 50 Prozent schon lange überschritten. "Für kommendes Schuljahr haben wir das Betreuungsangebot voll gesichert. Insgesamt müssen aber neue Schulkonzepte angedacht werden, wie etwa neue Ganztagsschulen", sagt Bienefeld. Konkret werde an der engeren Verzahnung von Lehrern und Pädagogen und Unterricht und Betreuung gearbeitet. Spitzenreiter in Neuss ist die Grundschule in Grefrath, wo 90 Prozent der OGS-Kinder auch das Ferienangebot wahrnehmen. Den geringsten Anteil an OGS-Ferienkindern hat die Grundschule Die Brücke mit etwa 16 Prozent. Öffnet die eigene Schule in den Ferien nicht, können andere Ganztagsangebote genutzt werden.

(aod)