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Neuss: Ökumenisches Miteinander gestört

Neuss : Ökumenisches Miteinander gestört

Ein Gastbeitrag des evangelischen Pfarrers Jörg Hübner im Oster-Pfarrbrief der katholischen Pfarreiengemeinschaft Neuss-Mitte wirft einen Schatten auf das ökumenische Miteinander der Konfessionen.

"Wir spüren Veränderungen, die uns nicht immer glücklich machen", schreibt Hübner und nennt als ein Beispiel den gemeinsamen Gottesdienst auf dem Kamberger Hof, der in diesem Jahr seinen ökumenischen Charakter verlieren wird. "Uns schmerzt dies sehr", schreibt Hübner, der auch Kritik daran übt, dass sich die jeweiligen Grußworte in den Oster- und Weihnachtsgottesdiensten ändern werden. Satt Grußwort wird es bei den Fürbitten eine Bitte um den Zusammenhalt der Kirchen und der einen Christenheit geben. "Besser als gar kein Zeichen", zeigt sich Hübner bescheiden.

Die Situation mit dem Gottesdienst auf dem Kamberger Hof stellt auch Monsignore Guido Assmann, Oberpfarrer an St. Quirin nicht zufrieden. "Ich hätte gerne weiter ökumenisch gefeiert, aber ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein." Er respektieren den Wunsch der evangelischen Schwesterkirche, um 18 Uhr Gottesdienst feiern zu wollen, kann dafür aber keine Vorabendmesse im Stadtgebiet ausfallen lassen. "Ein ökumenischer Gottesdienst kann nach unserem Verständnis nicht den Besuch der Messe ersetzen", stellt er klar. Und er machte deutlich, dass die Personalsituation nicht mehr so ist, dass ein katholischer Geistlicher für die Feier auf dem Kamberger Hof freigestellt werden könnte. "Wir sind weniger Priester geworden", für den verabschiedeten Pfarrer Ullmann aus dem Seelsorgebezirk habe es keinen Ersatz gegeben. Sein Vorschlag, diese Feier – wie im Vorjahr – auf 16.30 Uhr vorzuziehen, habe keine Unterstützung bei den Evangelischen gefunden.

Trotzdem ist Assmann ein ökumenisches Miteinander wichtig. Die Tatsache, dass der Papst im September Thüringen bereist, "das Land der Reformation", und dabei um mehr Zeit für Gespräche mit Vertretern der evangelischen Kirche gebeten hat, wertet Assmann positiv. "Das Zeichen hilft vielleicht den Kritikern an ökumenischer Zusammenarbeit, sich noch weiter anzustrengen. Hoffe ich wenigstens."

(NGZ)