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Neuss: Oberstufe im „Doppelpack“

Neuss : Oberstufe im „Doppelpack“

Erst in drei Jahren, also 2013, machen in NRW gleich zwei Jahrgänge Abitur. Nach den Sommerferien jedoch treffen diese beiden Jahrgänge zum ersten Mal zusammen – in der einjährigen Einführungsphase der Oberstufe.

Erst in drei Jahren, also 2013, machen in NRW gleich zwei Jahrgänge Abitur. Nach den Sommerferien jedoch treffen diese beiden Jahrgänge zum ersten Mal zusammen — in der einjährigen Einführungsphase der Oberstufe.

"Es wird uns und den Schülern schon einiges zugemutet”, bringt es Emmy Tressel auf den Punkt. Die Schulleiterin des Marie-Curie-Gymnasiums und ihre Kollegen haben zurzeit jede Menge zu tun, denn die Beratungsgespräche für die differenzierte Oberstufe laufen gleich doppelt, 187 Schüler wollen Bescheid wissen.

Nach den Sommerferien werden sowohl die jetzigen Neuntklässler, die nach acht Jahren (G8) Abitur machen werden, als auch die Schüler der Jahrgangsstufe 10, die nach neun Jahren (G9) die Hochschulreife erreichen, in die Oberstufe kommen und damit nicht mehr im Klassenverband, sondern in Kursen unterrichtet. In der Einführungsphase — und die bildet das erste Oberstufenjahr — sollen die Jungen und Mädchen in den Kernfächern (Mathematik, Deutsch und fortgeführte Fremdsprache) nach Bildungsgängen getrennt unterrichtet werden, erklärt Jennifer Spitzner, Sprecherin der Bezirksregierung. "Wir werden versuchen, auch in den anderen Fächern G8 und G9 zu trennen”, teilt Hans Friedrich Noirhomme mit. Probleme sieht der Nelly-Sachs-Schulleiter weniger in der Kursbildung als in der Lehrerversorgung. "Nach wie vor gibt es mehr Stellen als Lehrer”, sagt Noirhomme.

Lehrermangel ist am Norfer Gymnasium kein Thema. "Erfreulicherweise haben wir eine recht gute Lehrerversorgung”, sagt Schulleiter Klaus Killich. Auch dort sind die Beratungsgespräche für die 230 zukünftigen Oberstufenschüler in vollem Gang. In der zweijährigen Qualifikationsphase, so ist es geplant, soll es allerdings keine Trennung mehr geben. Marienberg-Schulleiter Josef Burdich sieht der Zusammenlegung der beiden Jahrgänge ebenfalls gelassen entgegen. "Wir hatten schon immer eine sehr große Oberstufe.” Doch 330 Schülerinnen in einer Stufe sind auch für ihn ein Novum. "Ein besonderes Thema war für uns allerdings das dreiwöchige Sozialpraktikum”, erklärt Burdich. Schließlich seien die Schülerinnen ein Jahr jünger, und da müsse beachtet werden, welche Einrichtungen ausgewählt werden.

Nach der Einführungsphase ist es möglich, die Leistungskurse zu mischen. "Das wird bei uns nicht nötig sein”, ist sich Johannes Hamacher, Schulleiter am Quirinus-Gymnasium, mit Blick auf knapp 300 Schüler sicher. Und Gerhard Kath, Schulleiter des Humboldt-Gymnasiums, meint: "Wir werden auf keinen Fall das Angebot an Leistungskursen aufblähen. Das wäre unfair gegenüber den nachfolgenden Jahrgängen.” Und er ergänzt: "Angenehmer wird es nicht, Schule zu machen.”

(NGZ)