Oberaufseher für neue Klinik im Kreis Neuss: Ex-Minister Hermann Gröhe winkt ab

Neues Fusionskrankenhaus im Rhein-Kreis Neuss : Oberaufseher für neue Klinik: Gröhe winkt ab

Rhein-Kreis und Stadt suchen ein Aufsichtsratsvorsitzenden fürs Fusionskrankenhaus: Der Ex-Minister will nicht, der frühere AOK-Chef darf nicht.

Der frühere Gesundheitsminister Hermann Gröhe steht nicht für den Aufsichtsratsvorsitz des neuen kreisweiten Fusionsklinikums – Zusammenschluss des Neusser Lukaskrankenhauses und der Rhein-Kreis Kliniken mit Standorten in Dormagen und Grevenbroich – zur Verfügung. Der Bundestagsabgeordnete aus Neuss kommentiert Anfragen zu dieser Personalie nicht. Es gilt aber als sicher, dass Gröhe sowohl von Vertretern des Rhein-Kreises als auch der Stadt angefragt wurde. Beobachter gehen davon aus, dass der Bundespolitiker, seinen Arbeitsschwerpunkt – er ist stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion – weiterhin in Berlin sieht und zu geringe Präsenz für den arbeitsintensiven Aufsichtsratsvorsitz des Fusionskrankenhauses vor Ort haben würde.

Somit geht die Suche nach einem „unabhängigen“ Aufsichtsratschef, auf den sich Kreis und Stadt geeinigt haben, weiter. Landrat und Bürgermeister werden qua Amt zu stellvertretenden Vorsitzenden. Ein weiterer Name, der oft genannt wird, der Korschenbroicher Wilfried Jacobs (75), früherer Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg, scheint aus dem Rennen. Ihn lehnt, so ist zu hören, die Neusser Seite ab, da er bereits als externer Experte in den Aufsichtsrat der Rhein-Kreis Kliniken berufen worden war.

Was tun? Die Situation scheint vertrackt. Der angedachte Ausweg: Eine Ausschreibung könnte zum gewünschten Ziel führen. An Bewerbungen wird es vermutlich nicht fehlen. Die Vorsitzarbeit soll dem Vernehmen nach mit 40.000 Euro jährlich vergütet werden. Den Weg in die politisch beschlossene und von den Kartellwächtern genehmigte Fusion zum zehntgrößten kommunalen Klinikum in Deutschland soll zunächst ein sogenannter, sechsköpfiger Lenkungsausschuss ebnen: Neben den beiden Verwaltungschefs, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Bürgermeister Reiner Breuer, entsendet die CDU die Finanzexpertin Elisabeth Heyers (Neuss) und Wilfried Jacobs (Kreis); die SPD berief mit dem Dormagener Erik Lierenfeld einen Standort-Bürgermeister und den Neusser SPD-Chef Sascha Karbowiak.

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