Nüsser Schnute zeigt „Nä, wat en Neit“ von Regina Rösch in Neuss

Laientheater in Neuss : Die Nüsser Schnute ist zurück in der Spur

Mit „Dat Jubiläumsstöck“ hatte sich die Nüsser Schnute im vergangenen Jahr keinen Gefallen getan. Die Konsequenz: Der Kartenvorverkauf schwächelt. „Nä, wat en Neit“ heißt das neue Lustspiel in drei Akten von Regina Rösch.

Um es vorweg zu nehmen: Mit dieser Aufführung hat das traditionsreiche Mundarttheater wieder zurück in die Spur gefunden. Unterschiedliche Bühnenbilder, jede Menge Action und schräge Typen sind die Zutaten für einen gelungenen Theaterabend. Und spannend ist „Nä, wat en Neit“ auch noch. Wie die Hochzeitsnacht endet, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten.

Inge Berger verkörpert diesmal Herta Michel, die Managerin einer Männer-Verleihagentur. Ihre Teilhaberin: Anni Seidenspinner (Walli Mußbach). Diese zwei Originale verleihen unter anderem ihre Männer Egon Michel (Jürgen Knopp) und Ferdi Seidenspinner (Theo Segger). Köstlich, wie die Zwei als Hühnchen und als Currywurst verkleidet ihren Job machen. Wie im wahren Berufsleben mangelt es an geeignetem Nachwuchs. Dieter Hummel (Willi Roesberg), zwar ebenfalls nicht mehr der Jüngste, steht auf der Beliebtheitsskala ganz oben.

Darf man über Minderheiten lachen? Diese Frage stellt sich, als Detlef Renner (Tobias Mußbach) die Dienstleistungen der Männer-Verleihagentur in Anspruch nehmen möchte. Der Mann im rosa Hemd und mit jeder Menge Schmuck hat es auf Dieter Hummel abgesehen. Klischeehaft macht er ihm den Hof – allerdings ohne den gewünschten Erfolg.

Die Agentur soll im Laufe des Theaterabends keine Rolle mehr spielen. Es geht dann vor allem um die bevorstehende Hochzeit von Florian Michel (Robert Altvater) mit Marita Fischer (Christiane Schumacher), der Tochter der Nachbarin Jretchen Fischer (Wally Nitz), die sich für eine gute Wahrsagerin hält. Was der Komödie Spannung und Dramatik verleiht: Christiane ist nicht die leibliche Tochter von Jretchen, die aus den Karten liest, dass der Vater ihrer Tochter nach der Hochzeitsnacht stirbt.

Egon, Ferdi und Dieter denken an ihre Herrentour in Hamburg zurück: Ist einer von ihnen etwa der Vater der Braut? Die drei Schwerenöter beschließen, es nicht zur klassischen Hochzeitsnacht kommen zu lassen. Herrlich, wie der total betrunkene Bräutigam mit den drei älteren Herren das Bett teilt und wie die enttäuschte Braut sich auf das Sofa im Nebenraum verzieht.

Vor allem der zweite und dritte Akt sind angereichert mit Weisheiten über die Ehe, über die Dominanz der Frau, und immer wieder geht es im Stil eines Running Gags darum, was denn bei der Hochzeitsfeier auf den Tisch kommen soll – das Hochzeitsessen war einst eine Prestigeangelegenheit.

Die Nüsser Schnute wird dieses Jahr nicht in Kaarst gastieren. Stattdessen wird es in Weckhoven an den kommenden beiden Wochenenden jeweils drei Auftritte geben. Karten sind an der Abendkasse erhältlich und können bei Inge Berger bestellt werden unter 02131 797166.

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