Neuss: Notfallseelsorge: DRK steigt aus

Neuss: Notfallseelsorge: DRK steigt aus

Seit zwölf Jahren sind sie Helfer in Krisensituationen. Doch ab sofort ist der Einsatz der Notfallseelsorge erstmals allein Sache der evangelischen und der katholischen Kirche. Die etablieren den Dienst jetzt als Angebot im ganzen Kreis.

Die Trennung ist noch nicht schriftlich fixiert, aber faktisch vollzogen: Der Kreisverband des DRK steigt aus der Trägergemeinschaft für die ökumenische Notfallseelsorge aus, die ab sofort allein Sache der evangelischen und katholischen Kirche ist. Die stellte am Mittwoch ein neues Konzept vor, das auf die rasante Entwicklung dieses Dienstes seit seiner Gründung 1999 zugeschnitten ist. Denn die Notfallseelsorge ist längst im gesamten Kreisgebiet unterwegs — und manchmal sogar darüber hinaus.

Mit einem neuen Wagen, der am kommenden Dienstag um 18 Uhr in der Weckhovener St.-Paulus-Kirche mit einer Andacht in Dienst gestellt werden soll, ist die Notfallseelsorge auch wieder mobil. Die Sparkassenstiftung hat sich finanziell engagiert, und auch die katholische Kirche, nachdem das DRK im Vorjahr das Dienstfahrzeug, das an der DRK-Wache am Südpark in Reuschenberg stationiert war, nicht mehr vom Hof rollen ließ.

Anlass war ein Dissens über einen Fahrer, der nach Überzeugung des DRK unhaltbar geworden war. Daraus erwuchs ein Streit über die Frage, wer die Mannschaft der Fahrer, die bis zu diesem Tag ausnahmslos DRK-Angehörige waren, stellt und auch verantwortet. Die Diskussion wird bestätigt, Anlass für die Trennung aber sei sie nicht, betont DRK-Geschäftsführer Michael Bollen. "Die Kirchen wollten die Strukturen ändern, und wir als DRK Neuss haben ein Problem damit, Einsätze über die Kreisgrenzen hinweg zu fahren", argumentiert er.

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Die Ausweitung des Aktionsradius spiegelt sich in der neuen Trägerversammlung wider. Auf evangelischer Seite war der zunächst nur in Neuss etablierte Dienst an den evangelischen Gemeindeverband angebunden, erinnert Superintentent Hermann Schenck. Durch jüngsten Beschluss der Kreissynode wird die evangelische Gemeinde nun durch den Kirchenkreis Mönchengladbach/Neuss vertreten. Auf katholischer Seite steht nun das Kreisdekanat als Träger hinter diesem, wie es Schenk betont, "unverzichtbaren Dienst, den beide Kirchen der Öffentlichkeit leisten ohne nach der Religionszugehörigkeit zu fragen." Und Kreisdechant Guido Assmann fügt hinzu: "Seelsorge ist Kerngeschäft der Kirche." Die Geschäftsführung, wo etwa Spenden oder Kosten für die Weiterbildung der Ehrenamtlichen verbucht werden, wechselte deshalb ebenfalls — vom DRK zur katholischen Rendantur.

Stolz ist das Team aus Seelsorgern, besonders ausgebildeten Laien und ehrenamtlichen Fahrern, dass sich die Notfallseelsorge, die auch Teil des Katastrophenschutzes ist, eine große Akzeptanz erarbeiten konnte. Schenck: "Wir sind am Einsatzort geschätzte Partner."

(NGZ/ac/rl)
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