Neuss: Norfer Schützen brechen mit Tradition

Neuss : Norfer Schützen brechen mit Tradition

Als Norfer Schützenkönig hat Peter Offer auf die Nachrichtentechnik aller Potentaten vergangener Jahrhunderte zurückgegriffen: den Herold. Denn obwohl der 54-Jährige bei seinem Krönungsball nicht fehlen konnte, so wollte er doch darüber auf dem laufenden gehalten werden, wie "seine" Borussia aus Dortmund in der Champions-League gegen Ajax Amsterdam spielt. Sein Strahlen auf der Tanzfläche im Anschluss könnte auch als Anzeichen dafür verstanden werden, dass er mit dem Ergebnis zufrieden war.

Mit dem Krönugsball für Peter XI. und seine Königin Bärbel endete die Spätkirmes in Norf. Georg Nellen, Brudermeister der St.-Andreas-Schützenbruderschaft nahm dabei die Laudatio vor.

Wie der anschließende Huldigungsmarsch auszusehen hätte, darüber war allerdings im Vorfeld kontrovers diskutiert worden. Oberst Dirk Bücker beharrte darauf, dass die Bestimmungen des neuen Waffengesetzes peinlichst genau eingehalten und Degen deshalb nach dem Umzug nicht mit ins Zelt gebracht wurden. Und er setzte sich damit durch, wohl wissend, dass so mit einer Tradition gebrochen wurde. Aber dem würdevollen Charakter dieser Huldigung tat der Verzicht auf diese Stichwaffen keinen Abbruch, hieß es hinterher.

Gehörte der Kirmesdienstag ganz dem Königspaar, so waren am Tag zuvor Jungschützenkönig Falko Dietrich und Schülerprinz Jan Vincent Peters besonders gefeiert worden. Ihre Inthronisation nahm Jungschützenmeister Michael Winters vor.

Auffällig in Norf ist der gute Besuch beim Krönungsball beim Dienstag aber auch beim Bürgerfrühschoppen am Montag. Beide Veranstaltungen werden im Ort angenommen, erklärt Pressesprecher Christian Fiebig: "Beim Bürgerball machen wir noch Plakatwerbung dafür. Das könnten wir uns eigentlich sparen."

(NGZ/ac)
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