Neuss: Norfer Jecken feiern bis in die Nacht

Neuss : Norfer Jecken feiern bis in die Nacht

Das Programm der Sitzung des Norfer Narrenclubs unterhielt 280 Jecke. Erstmals seit Jahren trat wieder ein Männerballett auf die Bühne.

Zum nunmehr 17. Mal bat der Norfer Narrenclub zur großen Kostümsitzung - und rund 280 bunt verkleidete Narren folgten dem Aufruf in die Aula der Norfer Ganztagsrealschule. Da saßen Erdbeeren gemeinsam mit Blumenwiesen und Gärtnern am Tisch, der Kapitän feierte mit Seeleuten, und auch Künstler hakten sich bei Panzerknackern unter, um zur Musik zu schunkeln. Dazu Scheiche, Cowboys und Clowns - und der bunte Reigen war perfekt.

Durch das mit Höhepunkten gespickte Programm, das von Musik, Tanz und humorvollen Reden geprägt war, führte Helmut Gummersbach in gewohnt humorvoller Art. Für die musikalische Untermalung sorgten die Musiker von Frohsinn Norf, die zuerst die Tanzteufel auf die Bühne spielten.

Begleitet von Hoppeditz Max Platzek, der das Winterbrauchtum mit dem Sommerbrauchtum verbindet - er regiert mit seiner Frau Barbara die St. Andreas Schützenbruderschaft - und der die Funktion des närrischen Platzanweisers innehatte, betraten die inzwischen 25 Funkenmariechen die Bühne, um zu zeigen, was sie im vergangenen Jahr einstudiert hatten: flotte Tänze zu eingängigen Medleys, gespickt mit Hebefiguren. Auch Volker Passow als "de Köbes von Grefrath" - wie üblich in Kellnermontur - wusste das Publikum mit Witzen und Anekdoten zu erheitern. So nahm er natürlich die Nachbarn aus den Niederlanden aufs Korn, doch auch Blondinen, Amerikaner, Franzosen und Türken waren vor seien Scherzen nicht sicher.

Dann betrat Andreas Dams die Bühne, der das Publikum in seiner Paraderolle als "Der liebe Jung" nach kurzer Zeit überzeugte. Gekleidet in einem Anzug, der stark an Omas Tapete aus den 70ern erinnerte, entwaffnete er die bösen Gedanken sofort: "Schöner Anzug, oder?", fragte er in die Menge. Das Eis war gebrochen, und amüsiert lauschten die Jecken seinen Ausführungen, was er alles für seine Ehe tut. "Ich habe meine Frau siebenmal über die Schwelle getragen - und trotzdem ist sie zurückgekommen."

Gespickt mit kleinen Liedchen erfuhren die Zuschauer, dass er ihren Namen auf seinem Allerwertesten trägt, obwohl er ihn sich nicht merken kann, und ihr immer wieder Kosenamen gibt - unter anderem Zauberflöte. Ein Raunen ging durch die Reihen vor der Auflösung: "Je länger wir verheiratet sind, desto mehr geht der Zauber flöten." Gespickt mit kleinen selbstgedichteten Liedern auf bekannte Melodien wusste "der liebe Junge" zu überzeugen, ebenso wie die in Norf bekannte Helga Schmitz alias Oberschwester Helga, die aus ihrem Berufsalltag berichtete. Zum ersten Mal seit langem gab es auch wieder ein Männerballett - im Karneval eine beliebte Disziplin - die Höppemöcke. Thilly Meester als der "Kistendüwel" war gerade mit dem heiteren Vortrag fertig, da betrat das Neusser Prinzenpaar, Rolf III. Büschgens und Novaesia Jutta I. Stüsgen, die Bühne. Sie wollten es sich nicht nehmen lassen, die Norfer zu begrüßen. Danach sorgten Klaus Feige und Charly Langen alias "Die Pillhöhner" für Stimmung, bevor mit der "kölschen Nachtigall" Rosita der Abend zu Ende ging.

(NGZ)