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Stadt-Porträt: Norf - der Wasserturm soll endlich strahlen

Stadt-Porträt : Norf - der Wasserturm soll endlich strahlen

Sechs Jahre lang wurde das "Wahrzeichen" der Norfer renoviert, 100 000 Euro flossen in das Projekt. Spätestens im Winter soll es "leuchten".

Der Norfer Wasserturm ist Wahrzeichen und gleichzeitig ganzer Stolz der Norfer Bürger. Sechs Jahre lang hat die Restaurierung des an die Müggenburg angrenzenden Bauwerks gedauert. Jetzt möchte der Heimatverein den Ortstreffpunkt neu in Szene setzen.

Foto: klxm

Hell angestrahlt und von weitem sichtbar — so stellt sich der Norfer Heimatverein das historische Bauwerk in Zukunft vor. "Gerade in den Abendstunden ist der Turm kaum zu erkennen", meint Peter Abels, Erster Vorsitzender des Vereins. Kein Wunder, dass die Mitglieder sich wünschen, den Turm sichtbar zu machen. In den sechs Jahren, in denen der Turm restauriert wurde, flossen neben der Kraft vieler Freiwilliger auch etwa 100 000 Euro in das Projekt. "Jeder, der durch Norf kommt, soll dieses schöne Bauwerk sehen können", sagt Abels.

Norf ist auch bekannt für seine historischen Bauwerke. Alle Folgen der neuen NGZ-Stadtteil-Serie finden Sie im Internet unter www.ngz-online.de/neuss. Foto: Jürgen Brefort

Dass Norf etwas ganz Besonderes ist, da ist Peter Abels sich sicher: "Zum einen kann man hier wunderschön wohnen", argumentiert er. "Zum anderen haben wir ein Industriegebiet, das die gewerblichen Ansprüche erfüllt." Zudem zeichne Norf sich durch die engagierten Bürger aus. Die sind gerade stolz auf die historischen Bauwerke in ihrem Stadtteil: Neben dem Turm gelten auch das ehemalige Rittergut Vellbrüggen oder die Müggenburg als sehenswert. Noch bis 1975 war der kleine Ort eine eigenständige Gemeinde, viele der historischen Gebäude sind bis heute in privater Hand.

Das denkmalgeschützte Rathaus allerdings ist nach wie vor im Besitz der Kommune — und gleichzeitig größtes Ärgernis für die Norfer Bürger. Während sie sich mit Hilfe des Bezirksamtes schon lange dafür einsetzen, das verfallende Gebäude endlich zu restaurieren, sperren sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung Neuss gegen diese Idee. Kein Geld, das ist die Begründung. Peter Abels jedoch glaubt nicht daran, dass das der einzige Grund ist: "Ich glaube, das Hauptproblem ist das Desinteresse", meint er. Dabei sei die Restauration dringend nötig, und das nicht nur, weil das Norfer Rathaus eine wertvolle und sehr schöne Immobilie sei. "Im Rathaus sind ja immer noch verschiedene Ämter und Außenstellen untergebracht", erzählt Abels. "Für diese Leute ist es ja auch wichtig, nicht in einer Ruine arbeiten zu müssen."

Einen Plan, dem ewigen Streit um den Erhalt des alten Norfer Rathauses zu beenden, gab es schon: Die Stadt Neuss hatte geplant, die Wiese neben dem Gebäude als Bebauungsgrundstück zu verkaufen und den Erlös zur Restauration zu nutzen. Dagegen wussten sich Bürger und Bezirksausschusses aber zu wehren: "Die Wiese und das Rathaus gehören zusammen", meint Michael Klinkicht, Mitglied der Grünen und des Bezirksausschusses Norf. "Deshalb ist die Wiese für eine Bebauung ungeeignet."

Bisher lehnten es CDU und FDP ab, Gelder in die Sanierung fließen zu lassen, obwohl eine Prüfung die Dringlichkeit einer Sanierung gezeigt hat. "Wir können nur immer wieder versuchen, Gelder für diesen Zweck zu etatisieren", meint Klinkicht. Er hofft darauf, dass die CDU sich vor den Kommunalwahlen umstimmen lässt. Schließlich würde alles andere ihre Chance auf Norfer Wähler verringern.

Eines steht für den Norfer Heimatverein fest: Sie wollen für ihr Rathaus kämpfen. "Wir haben schon einmal demonstriert", sagt der Vorsitzende. "Und das werden wir wieder tun, auch wenn ich im Moment nicht sehe, dass die Stadt mit uns kooperieren will." Auch die Anstrahlung des Turmes neben der Müggenburg ist ein kostspieliges Unternehmen. Noch diskutiert der Heimatverein über die günstigste Methode, das Vorhaben umzusetzen. "Wir überlegen, eine Arbeitsbühne per Kran hochzuziehen." Eine Entscheidung will der Verein in einer seiner nächsten Sitzungen beschließen. Denn zum Winter, wenn es lange dunkel ist, soll die Beleuchtung des "Norfer Wahrzeichens" schon längst in Betrieb genommen sein.

(NGZ/ac)