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Neuss: Nordstadt-Kunst nach China

Neuss : Nordstadt-Kunst nach China

Die Künstlergruppe Nordstadt, genannt "KuNo", ist zwar im Stadtteil verwurzelt, aber weit über die Neusser Stadtgrenzen hinaus aktiv. Auch die Mitglieder sind weit verstreut – die Gruppe hat sogar Mitstreiter in China.

Die Künstlergruppe Nordstadt, genannt "KuNo", ist zwar im Stadtteil verwurzelt, aber weit über die Neusser Stadtgrenzen hinaus aktiv. Auch die Mitglieder sind weit verstreut — die Gruppe hat sogar Mitstreiter in China.

Sich mit anderen Künstlern austauschen, Kritik üben und einstecken, gemeinsame Ausstellungen organisieren: Das war das Ziel der vier Nordstädter Heidelies Sievering, Michael Dickmann, Harald Kuhn und Bozena Heidemanns, als sie 2008 die Künstlergruppe "KuNo" gründeten. "Und weltoffen wollen wir sein", sagt Michael Dickmann, der Vorsitzende der Gruppe. So hat der Künstlerkreis Mitglieder in ganz Deutschland, nicht nur im benachbarten Korschenbroich und Düsseldorf, sondern auch in Tann/Rhön oder Nieder-Olm. 24 Künstler zählt die Gruppe, an der sich Maler, Fotografen, Bildhauer und Kalligraphen beteiligen. "Wir sind für alle Stilrichtungen offen", sagt Dickmann, der gerade eine Ausstellung in Peking vorbereitet. Denn die Gruppe hat sogar zwei Mitstreiter in China, die ihre deutschen Kollegen unterstützen.

"Mitgliedschaften werden bei uns immer ausführlich beraten, entschieden wird per Abstimmung", erzählt Dickmann. Wichtig sei die künstlerische Entwicklung des Kandidaten: Einen unverkennbaren Stil muss jeder mitbringen, der bei "KuNo" dabei sein will. Für Michael Dickmann sind es vor allem der Austausch und Zusammenhalt der Gruppe, die den Künstlerkreis attraktiv machen. "Viele Künstler sitzen in ihren Ateliers wie im Elfenbeinturm", sagt er kritisch. Um sich weiterzuentwickeln, brauche es aber Feedback. Die Gruppe helfe dabei, sagt der 59-Jährige. Auch habe er oft beobachtet, dass viele Künstler auf Konkurrenz aus seien und die Ellenbogen ausfahren, wenn es um die besten Aufträge geht. "Wir aber haben ein freundschaftliches Verhältnis und helfen uns gegenseitig", betont Dickmann. Regelmäßig veranstaltet die Gruppe Fortbildungen zu Themen wie Farbwahl, Maltechniken oder Schattenwirkungen. Auch besucht sie Ausstellungen oder diskutiert über die Bilder berühmter Künstler. Das Gelernte setzen die Künstler um, sprechen darüber und korrigieren sich gegenseitig.

Hauptaugenmerk liegt auf den gemeinsamen Ausstellungen, bei denen Werke mit Preisen zwischen 70 und 2000 Euro verkauft werden. Auch dabei beschränken sich die Mitglieder nicht auf die Nordstadt: Michael Dickmann hat schon in China ausgestellt, die anderen Künstler wollen es ihm gleichtun. Erfolgreich sind auch die Schauen im hessischen Hilders. "Dort kommen bis zu 80 Besucher zu den Vernissagen", erzählt der Künstlerkreis-Chef. In Neuss, wo die Gruppe ihre Arbeiten schon oft im Ons Zentrum gezeigt hat, sei der Andrang bedeutend schwächer. "Da wünsche ich mir mehr kulturelles Interesse", sagt Dickmann.

(NGZ)