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Neuss: Noch Platz für 670 Wohnungen

Neuss : Noch Platz für 670 Wohnungen

Die Stadt hat seit 13 Jahren erstmals wieder ein Baulückenkataster aufgelegt. Darin werden im gesamten Stadtgebiet 179 Baulücken ausgewiesen, in die 670 Wohnungen passen könnten.

In der Stadt stehen 152 000 Quadratmeter an Wohnbauflächen zur Verfügung. In einem Kataster hat die Planungsverwaltung jetzt alle Baulücken erfasst, die sofort oder in absehbarer Zeit bebaubar wären und für den Wohnungsbau grundsätzlich vorgesehen sind. Zuletzt hatte es ein solches Baulückenkataster 1997 gegeben. Damals wies es mit 28,8 Hektar eine fast doppelt so große Fläche auf. Bis heute schrumpfte die Zahl der Baulücken von 389 auf 179, also um 54 Prozent. "Darin spiegelt sich die enorme Wohnungsbauleistung der vergangenen Jahre", sagt Planungsdezernent Stefan Pfitzer. Gleichsam zeige die aktuelle Übersicht aber auch die "Knappheit an baureifen Grundstücken". Das Potenzial der Baulücken schätzt er auf etwa 670 Wohnungen.

an der Hafenstraße und... Foto: Woischützke

Die einstimmige Entscheidung des Planungsausschusses, dieses Baulückenkataster zu verabschieden und öffentlich zu machen, verbuchten die Neusser Sozialdemokraten als großen Erfolg für sich. Fraktionsvorsitzender Reiner Breuer: "Damit wird endlich eine Forderung von uns erfüllt, die wir bereits vor fünf Jahren gestellt haben. Die Aufstellung zeigt, dass es sinnvoll ist, zunächst diese Baulücken zu schließen anstatt weitere Baugebiete auszuweisen." Für den planungspolitischen Sprecher der SPD, Peter Ott, ist das Kataster "die dringend notwendige Basis für die Baulandanalyse und den neu aufzustellenden Flächennutzungsplan."

...an der Hymgasse gegenüber dem Romaneum. Foto: Woischützke

Aus städtebaulicher Sicht ist es, so sieht es die Verwaltung, ökonomisch sinnvoller, ungenutzte Baulandressourcen mit einem geringeren Aufwand zu aktivieren als neues Bauland zu entwickeln. Das bedeutet: Je stärker die Baulücken aktiviert, das heißt geschlossen werden, desto stärker wird der Freiraum geschont. Laut Planungsdezernent Pfitzer rechnet die Verwaltung für einen Prognosezeitraum bis zum Jahr 2025 mit geringeren Baulückenschließungen, "weil die Haushaltsentwicklung langsamer erfolgen wird und die Baulücken offenbar mit starken ,Bebauungshemmnissen' belegt sind."

Im neuen Baulückenkataster sind Größen von knapp über 200 bis über 1700 Quadratmeter in der Innenstadt zu finden: von der Erft-, Hafen- und Münsterstraße über Breite Straße bis zur Gielenstraße. Dort sind die Baulücken in der Regel kleiner als in den Stadtteilen, wo die Gutachter viele Lücken zwischen 1000 und 3000 Quadratmetern registrierten. Als Baulücken zählen im übrigen auch die Flachbauten zwischen mehrgeschossigen Gebäuden, die aufgestockt werden können. Das ist in der Regel eher in der Innenstadt der Fall.

(NGZ)