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Neuss: Noch keine Normalität im Jobcenter

Neuss : Noch keine Normalität im Jobcenter

Im Fall Stresemannallee wird Anklage erhoben. Vor Ort wirkt die Bluttat nach.

Das Jobcenter Neuss ist nach der Bluttat im vergangenen September noch nicht in der Normalität angekommen. Diesen Eindruck nahm Jürgen Steinmetz, der allgemeine Vertreter des Landrates, aus einer Besprechung mit der Behördenleitung mit, bei dem es um Zielvereinbarungen für 2013 ging. Und auch wenn jetzt dem Täter am Düsseldorfer Landgericht der Prozess gemacht wird: Der Mord an der Sachbearbeiterin, die in ihrem Büro von einem Arbeitslosen angegriffen und mit einem Messer getötet wurde, wirke noch nach.

Die psychologische Betreuung und seelsorgerische Begleitung der Jobcenter-Mitarbeiter geht auch vier Monate nach der Tat weiter, berichtete Angelika Ludwig, Pfarrerin der Notfallseelsorge. "Die Traumatisierung tragen sie immer noch in sich", sagt Ludwig. Ihre Begleitungen seien auf Dauer angelegt. "Das ist keine Krankheit, die ausheilt", sagt Ludwig, die in Gesprächen immer wieder die Betroffenheit der Bevölkerung heraushört. "Viele fragen sich: Wo leben wir eigentlich, das so etwas möglich ist."

Eine Folge des Mordes war eine breite Sicherheitsdebatte. An der Stresemannallee, so Christoph Jansen vom Jobcenter Neuss, wurden die Sicherheitsvorkehrungen bereits verbessert. Aktuell sind die Mitarbeiter aufgerufen, weitere Vorschläge zu entwickeln. Gute Ideen sollen beim Neubau des Jobcenters, der hinter dem Hauptbahnhof entsteht, berücksichtigt werden.

Parallel will ein Arbeitskreis, den die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in NRW etabliert hat, bis Ende Januar seinerseits einen Katalog dazu vorlegen, sagt deren Sprecher Werner Marquis. Mit der Polizei sei vereinbart, auf das Jobcenter besonders zu achten.

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