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Hotel-Planung an der Grefrather Skihalle: Nischen-Hotel

Hotel-Planung an der Grefrather Skihalle : Nischen-Hotel

Der Planungsausschuss genehmigte am Mittwoch die Hotel-Planung an der Grefrather Skihalle. Die Betreiber investieren 15 Millionen Euro für ein Vier-Sterne-Plus-Haus.

Grefrath August Pollen weiß: "Hier in der Region brauchen wir kein Hotel mehr." Trotzdem gehen die Betreiber der Jever-Skihalle das Wagnis ein und werden im Herbst mit dem Bau eines Vier-Sterne-plus-Hotels mit 80 Zimmern beginnen. "Wir wollen das Besondere bieten." Das Projekt kostet 15 Millionen Euro und soll vor allem Tagungstouristen anziehen. Das künftige Hotel hat auch bereits einen Namen: "Fire & Ice" mit einem Edelweiß dazwischen ziert das Schild. Namenpatron ist Willy Bogner, deutsche Ski-Legende und Modemacher.

Am Mittwoch passierte das Vorhaben den Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung. Nur die Grünen votierten dagegen, ansonsten herrschte Zustimmung. Warum Pollen und der Mitgeschäftsführer Johannes Janz sich auf ein neues Geschäftsfeld wagen, begründen sie mit dem Ergebnis einer internen "Absage-Analyse": "Wir haben über einen längeren Zeitraum ermitteln lassen, wie oft und aus welchen Gründen wir Kunden absagen mussten, die Räumlichkeiten bei uns mieten wollten", so Janz. Daraus entstand das Hotel-Projekt. Weil die Skihallen-Chefs bei allen ihren Projekten Wert auf Qualität legen, kam ein Haus á la "Sauerlandstern" nicht in Frage. Schon bei der optischen Gestaltung geht es los: Pate stand das "Intercontinental", ein Fünf-Sterne-Hotel in Berchtesgaden.

"Durch den Natursteinsockel erreichen wir ein zeitloses Erscheinungsbild", sagte Pollen. Dreizehn der 80 Zimmer sind "Themen-Zimmer" und entsprechend eingerichtet: Bavaria, Mozart, Rocky Mountains oder Gipfelglück — dort wird eine Fototapete in einem Zimmer ohne Ecken für eine besondere Atmosphäre sorgen. Das Architekturbüro Bruno Braun in Düsseldorf (der Inhaber ist Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten Düsseldorf) spricht schon vom "besten Hotel Deutschlands", weil es inhabergeführt ist und Besonderheiten bieten wird: zum Beispiel einen Blick aus der Sauna direkt auf die Piste.

Skifahren, Klettern, Wellness — Angebote, die Familien ebenso wie Manager anziehen sollen. "Damit und anderen Dingen, glauben wir, eine Nische in der Hotel-Szene zu finden", so Janz und Pollen. Nach der Fertigstellung spätestens im Frühjahr 2011 steht bereits das nächste Projekt an: die Verbreiterung der Piste i m unteren Bereich um rund 40 Meter. Davon sollen vorwiegend Kinder und Jugendliche profitieren.

(RP)