Niedrigwasser: Zwei Handgranaten im Rhein bei Neuss gefunden

Niedrigwasser legt Weltkriegsrelikte frei : Handgranaten am Rhein entdeckt

Kampfmittelräumdienst beseitigt brisante Weltkriegsrelikte an zwei  Fundorten.

Spaziergänger haben am Donnerstag am Rhein zwei Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Sie alarmierten den Außendienst des Ordnungsamtes, der wiederum den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung einschaltete. Die brisanten Fundstücke wurden noch am gleichen Tag beseitigt. Umfangreiche Sicherungsmaßnahmen oder Absperrungen waren nach Darstellung der Stadt ebenso wenig nötig wie eine Sprengung vor Ort.

Die Fundorte lagen fast zwei Kilometer weit auseinander. Die erste Handgranate wurde im Geröll bei Rheinkilometer 734 in Höhe von Grimlinghausen entdeckt, die zweite lag bei Kilometer 736,6 etwa auf Höhe des Rheinparkcenters am Flussufer. Entdeckt werden konnten sie nur, weil der Rhein schon seit Tagen extremes Niedrigwasser führt. Am Donnerstag wurde am Pegel Düsseldorf nur noch ein Wasserstand von 28 Zentimetern gemessen. Und die Vorschau des Wasser- und Schifffahrtsamtes Duisburg (WSA) bis einschließlich Samstag lässt keine Veränderung der derzeitigen Lage erkennen.

Granatenfunde kämen immer mal wieder vor, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Und das wird rheinauf, rheinab derzeit auch aus anderen Anrainerkommunen berichtet. Alleine am vergangenen Wochenende gingen nur für Köln 22 Fundmeldungen ein. Die Bezirksregierung warnt deshalb selbsternannte „Schatzsucher“ davor, ungewöhnliche Fundstücke anzufassen. Das sei gefährlich und verboten.

Dass in großer Zahl Reste von Granaten oder Munition am Rhein bei Neuss gefunden worden waren, liegt schon etwas länger zurück. Das war beim Niedrigwasser 2004 und brachte damals „Bombenhund Sparky“ überregional in die Schlagzeilen, der Fund auf Fund machte. Bis die Stadt spitz bekam, dass sein Besitzer erst ein kleines „Depot“ angelegt hatte, das publicityträchtig Stück für Stück aufgelöst wurde.

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