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Neuss: NGZ zeigt unentdecktes Neuss

Neuss : NGZ zeigt unentdecktes Neuss

Die Empore von St. Quirin, die Raketenstation, der Hafen und die Grabmale auf dem Hauptfriedhof – mit ihrer vierteiligen Ferienaktion vermittel die NGZ ihren Lesern überraschende Einblicke in ein verborgenes Neuss.

Die Empore von St. Quirin, die Raketenstation, der Hafen und die Grabmale auf dem Hauptfriedhof — mit ihrer vierteiligen Ferienaktion vermittel die NGZ ihren Lesern überraschende Einblicke in ein verborgenes Neuss.

Wussten Sie, dass die Neusser Quirinuskirche auch als Herberge diente? Einst übernachteten dort die nach Neuss geeilten Pilger. Die schlugen "in himmlischen Höhen" ihr Nachtlager auf. Auf dieser Empore, die nur selten für Besucher zugänglich sind, führt am Dienstag (25.) Max Tauch. Der Museumsdirektor, ein exzellenter Kenner der Münsterkirche, wird auch die architektonisch reich gestalteten Gewölberippen und das berühmte Doppelkapitell mit Kranken und Krüppeln zeigen und erklären, das die Hand eines unbekannten Bildhauers im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts schuf.

Am Wochenende beginnen die zweiwöchigen Herbstferien, die viele für einen (Kurz-)Urlaub nutzen. Doch ebenso viele Menschen bleiben Daheim — genießen den (sonnigen) Herbst. Für all' diese hat die NGZ eine vierteilige Ferienaktion vorbereitet, die den Lesern zum Teil überraschende Einblicke in ein verborgenes Neuss ermöglichen: Neben den Emporen von St. Quirin, geht's über die immer spannender werdende Kultureinrichtung Raketenstation (Führung am 27.10.) nahe Hombroich, eine Busfahrt erschließt den großen Industrie- und Handelshafen (2.11.) mit seinen fünf Becken und — passend zum Trauermonat November — ist der Hauptfriedhof (4.11.) Station, wo Grabsteine ganze Kapitel Neusser Geschichte erzählen. Zunächst stellt die NGZ in ihrer Ausgabe das Ziel vor, ehe wenige Tage später die exklusive Führung angeboten wird.

Den Auftakt zur NGZ-Ferienaktion macht St. Quirin. Die 800 Jahre alte Neusser Hauptkirche ist zugleich das Wahrzeichen der Stadt. Der Legende nach sollen die Gebeine des heiligen Quirinus im Jahr 1050 von Rom nach Neuss gebracht worden sein. Noch heute steht sein Reliquien-Schrein im Münster. So wurde Neuss das Zentrum der Quirinus-Verehrung, die auf weite Teile Mitteleuropas ausstrahlte. Knapp 500 Kultorte sind bekannt. Vor allem im Mittelalter pilgerten Gläubige zu St. Quirin, um ihn um Fürsprache zu bitten. Gerade auch die Kranken- und Krüppel-Darstellungen im Doppelkapitell erinnern an die Hoffnungen, die sich auf die Fürsprache des Neusser Stadt- und Pfarrpatrons richteten.

So wurde Neuss zu einem beliebten Wallfahrtsort und profitierte auch wirtschaftlich davon. Die Pilger übernachteten dabei nicht immer in Gasthäusern, sondern sie ließen sich auch in der Kirche nieder. Sie schliefen auf der Empore. Von dieser und vielen anderen Geschichten wird Max Tauch am Dienstag berichten. Von den Emporen öffnet sich auch ein ungewöhnlicher Blick auf das Mittelschiff und den Altar mit ihren Kunstschätzen. Max Tauch verspricht: "Wir zeigen ein Stück unentdecktes Neuss."

(NGZ)