Neusser Woche - Teekanne-Expansion wird zum Lehrstück für Stadtentwickler

Neusser Woche : Teekanne-Erfolg wird zum Lehrstück

Da das Ergebnis gut ist, hat Schulterklopfen Konjunktur. Die Stadt Düsseldorf freut sich, weil das Traditionsunternehmen Teekanne, ein guter Gewerbesteuerzahler und attraktiver Arbeitgeber, in Heerdt gestärkt wurde, obwohl die Landeshauptstadt dort über keine Expansionsflächen verfügt.

Die Stadt Neuss freut sich, weil sie Gewerbeflächen an ein namhaftes Unternehmen verkaufen und somit einen zusätzlichen Gewerbesteuerzahler gewinnen konnte. Teekanne freut sich, weil sich das Unternehmen wider Erwarten am Standort entwickeln kann – und all die Freude und das große Schulterklopfen wird möglich, weil eine Teekanne-Gesellschafterin neugierig genug war, nachzuschauen, was es hinter einem Gebüsch in der Nachbarschaft zu entdecken gibt. Und sie sah Flächen, von denen sie nicht einmal ahnte, dass es sie gab. So einfach kann Wirtschaftsförderung sein. Merke: Es lohnt immer über den Tellerrand zu schauen, der auch die eigene Stadtgrenze sein kann.

Wie viel Zufall, wie viel Weitsicht und harte Arbeit auch immer hinter dem Teekanne-Erfolg steckt, wichtig bleibt die Erkenntnis, was interkommunale Wirtschaftsförderung bewirken kann. Unternehmen in einer globalisierten Welt denken nicht in Stadtgrenzen. Und noch ein Problem löste Teekanne: Der Alt-Standort in Heerdt wird mit dem Neu-Standort an der Bataverstraße in Neuss durch eine Straße auf eigenem Grund und Boden verbunden, so dass die Verknüpfung mit dem Straßennetz sowohl über Neuss als auch über Düsseldorf erfolgen kann. Teekanne macht für sich möglich, was die Städte bisher nicht schafften: den Durchstich Zülpicher Straße, der Düsseldorf und Neuss verbindet. Der ist aber erforderlich, um die berechtigten Interessen der Stadt Meerbusch zu befriedigen. Die fürchtet noch mehr Verkehr für ihre Anlieger. So ist die Erfolgsstory Teekanne so nebenbei noch zu einem Lehrstück für interkommunale Stadtentwicklung geworden.

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