1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Neusser war Drahtzieher der Schlachthof-Mafia

Neuss : Neusser war Drahtzieher der Schlachthof-Mafia

Ein 47-jähriger Neusser war der Drahtzieher einer "Schachthof-Mafia", die über Jahre hinweg mit einem Geflecht aus rund 50 Firmen Schwarzarbeiter im Ausland angeworben und als Leiharbeiter in vielen deutschen Schlachthöfen eingesetzt hatte.

Seine Verurteilung zu fünfeinhalb Jahren Haft schloss im Vorjahr das bundesweit größte Strafverfahren gegen Schwarzarbeit in Schlachthöfen ab. Auch drei der sieben Mitangeklagten des Neussers gingen für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dingfest hatten sie Fahnder des Hauptzollamtes Krefeld gemacht.

Das betreibt neben Uerdingen, Mönchengladbach und Schwanenhaus auch an der Duisburger Straße im Neusser Hafen eine Nebenstelle. Zusammen bearbeiteten die Grenzschützer im vergangenen Jahr 332 000 Positionen im Warenverkehr mit dem Nicht-EU-Ausland. Diese Zahl nannte jetzt Reinhard Förstel, als Leiter des Hauptzollamtes, bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2010. Es war ein gutes Jahr, hob er hervor.

Zölle Das Hauptzollamt hat im vergangenen Jahr rund 1,05 Milliarden Euro für die Kassen des Bundes, des Landes aber auch der Europäischen Union eingenommen, vor allem aus Verbrauchssteuern. Alleine über die Biersteuer flossen fünf Millionen Euro an die NRW-Landeskasse. Die EU erhielt 58,7 Millionen Euro der Zolleinnahmen. Größter Posten war die Einfuhrumsatzsteuer mit 438,6 Millionen Euro. 100 Millionen fielen durch die Energiesteuer ab.

Schwarzarbeit Im Kampf gegen Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung überprüften die rund 170 Beschäftigen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit rund 20 000 Personen an den Arbeitsstellen. Auch 2000 Arbeitgeber mussten Auskunft geben. 1700 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet. Die ermittelte Summe an hinterzogenen Steuern und Sozialabgaben belief sich auf 26 Millionen Euro.

Drogenschmuggel zu bekämpfen, ist auch im Europa ohne Grenzen eine Kernaufgabe des Zolls. 2010 wurden so rund 33 Kilogramm Rauschgift mit einem Marktwert von 400.000 Euro beschlagnahmt.

(NGZ)