1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Neusser vor verschlossenen Rathaus-Türen

Neuss : Neusser vor verschlossenen Rathaus-Türen

Zum ersten Mal haben die städtischen Behörden von Weihnachten bis Neujahr geschlossen.

"Zwischen den Jahren" haben viele Menschen frei und nutzen die Tage auch gerne für Einkäufe, Erledigungen oder Behördengänge, für die sonst im Berufsalltag keine Zeit bleibt. Doch in diesem Jahr laufen die Neusser bei der Stadtverwaltung erstmals vor verschlossene Türen. Ganze zehn Tage lang sind die Verwaltungsstellen vom Wochenende vor Weihnachten bis Neujahr geschlossen.

Durch die freien Tage für alle Verwaltungsmitarbeiter sollen Überstunden abgebaut, aber auch Kosten für Strom und Heizung eingespart werden. Der Vorschlag zur Schließung zwischen Weihnachten und Neujahr kam von der Personalabteilung. Die Stadt hatte zwar auf die Schließung schon mehrere Wochen vor Weihnachten unter anderem auf ihrer Internetseite hingewiesen, dennoch wollten gestern viele Neusser ihre Erledigungen beim Amt machen und mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen.

Jürgen Knuth wollte mit einem Sachbearbeiter im Bürgeramt sprechen. "Ich hatte vorher nicht in die Zeitung geschaut, um zu überprüfen, ob das Amt geöffnet hat. Im Bürgeramt wollte ich etwas fragen", sagte er. Dringend sei sein Anliegen jedoch nicht gewesen. Anders bei Ursula Szczyrba: "Ich sollte eine Meldebescheinigung für die Arbeit abholen und zwar heute", sagte sie. Auch Tatjana Schmidt hatte nicht damit gerechnet, dass die Behörden geschlossen sind: "Ich habe heute frei und wollte einen Termin für eine Namensänderung ausmachen." Das habe aber auch noch Zeit bis nächstes Jahr, fand die Neusserin.

Nach Weihnachten sah Karl-Heinz Röhrlich die Zeit gekommen, sich langsam auf den Ruhestand vorzubereiten. "Ich wollte heute eigentlich mein Gewerbe abmelden. Irgendwann muss man ja mal in Rente gehen", scherzte der Unternehmer.

So gelassen nahmen es nicht alle. Eine Frau zog wutentbrannt wieder ab, als sie das Schild mit den Schließungszeiten sah: "Nein, sag' mir jetzt nicht, dass die zu haben. Wollen die mich veräppeln? Das ist ja eine Frechheit."

(NGZ)