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Neuss: Neusser starten in die Session

Neuss : Neusser starten in die Session

Hoppeditz ist erwacht. Am Elften im Elften las er den Mächtigen der Stadt die Leviten. Erweckt wurde er von Willi Longerich, zum letzten Mal "Bruder Barnabas". Vorgestellt wurde das Prinzenpaar Christian und Stephanie Pieper.

Gülden wie das Wetter zur diesjährigen Sessionseröffnung strahlt auch der diesjährige Orden der Karnevalsgesellschaft "Närrische Pudelbande". Gold, das drückt den Stolz der Gesellschaft aus, zum ersten Mal in ihrer 37-jährigen Geschichte mit Christian und Stephanie Pieper das Prinzenpaar zu stellen.

Beide wurden am Freitag, diesem Tag mit einem aus Karnevalistensicht einmaligen Datum, dem Narrenvolk auf dem Münsterplatz erstmals öffentlich vorgestellt. Und damit sie ihre Gesellschaft in vollem Ornat besuchen können, legte Pudelbanden-Chef Ralf Dienel die interne Sessionseröffnung auf den Tag nach der Prinzenproklamation.

Der erste Tag in der Amtszeit der designierten Tollitäten war der Schlussakkord für den Karnevalisten Willi Longerich. Der Ehrenkommandant der "Nüsser Rode Husare" wandte sich gestern zum letzten Mal in der Rolle des Bruder Barnabas an die "auserwählten Karnevalisten", das "andächtige Fußvolk" und den "allmächtigen Karnevalsausschuss" um mit seiner Litanei den Hoppeditz zu erwecken. Die Elf, so sagte er, sei heute seine Glückszahl. 7 x 11 Jahre alt, 5 x 11 Jahre verheiratet, wollte er am 11. im Elften des Jahres '11 einem Jüngeren den Platz überlassen. Wem, das blieb gestern offen.

Jürgen Schmitz vom Duo "S + Z" steht nicht zur Verfügung. Als Hoppeditz der Stadt Neuss im dritten Jahr gehört er nach Neusser Verständnis zur Tradition. Schmitz fand deutliche Worte zur Eurokrise im Großen und dem "Lauscheppen", also der Neusser "Freibierkultur", im Kleinen, belustigte sich über einen Schützenkönig im Schatten seiner Frist-Lady Carmen und attestierte dem Bürgermeister eine "entrückte" Amtsführung: "Selbstkritik ist ihm absolut fremd, das weiß jeder, der ihn kennt." Doch der Grundton war stets ein versöhnlicher: "Doch ist der Alltag noch so grau, alles wird gut – Ons Nüss, Helau", hieß sein Refrain.

Als Zeichen dafür, dass die Session begonnen hat, weht seit gestern über dem Haus Breite Straße 99, der neuen Zentrale der Karnevalsgesellschaften, die Fahne des Karnevalsausschusses (KA). Sie wird nur in der Adventszeit und danach erst am Aschermittwoch wieder eingeholt. Ebenfalls zum Sessionsstart wird die von Ex-Prinz Frank Kremer neu gestaltete Internetseite des Karnevalsausschusses freigeschaltet.

Neu ist auch die Idee, das Prinzenpaar im Novotel Residenz nehmen zu lassen. Offiziell übernehmen werden die Tollitäten ihre Hofburg am Samstag, 7. Januar, wenn die Karnevalisten aus ihrer Weihnachtspause kommen. Gestern aber wurde erst einmal gefeiert.

(NGZ)