Neuss: Neusser "Speicherstadt" entsteht

Neuss: Neusser "Speicherstadt" entsteht

Die Baugenehmigung steht vor dem Abschluss. An der Düsseldorfer Straße wandelt ein Investor Backstein-Lagerhäuser in Büro- und Eventflächen um.

Die vorbereitenden Arbeiten laufen. Das Hafen-Grundstück an der Düsseldorfer Straße wirkt aufgeräumt, das Verwaltungsgebäude der ehemaligen Neusser Lagerhaus AG wurde inzwischen abgerissen, das Hochsilo wird noch im Mai folgen. Die Baugenehmigung erwartet Investor Rainer Kohl (LO-Projects) "im Laufe des Februar". Dem widerspricht auch der städtische Baudezernent Christoph Hölters nicht: "Zu 99 Prozent sind wir fertig."

Damit nimmt ein städtebaulich ehrgeiziges Projekt immer konkretere Formen an. Auf dem ehemaligen Gelände von Werhahn-Holz, zwischen dem UCI-Kino und Zietzschmann gelegen, wächst der Stadthafen. Den nördlichen Teil mit den unter Denkmalschutz stehenden Backstein-Speichern hat der Düsseldorfer Projektentwickler LO-Projects erworben. Dort will LO-Geschäftsführer Rainer Kohl mit einem "zweistelligen Millionen-Euro-Betrag" ein modernes Zentrum für Arbeit und Freizeit errichten.

Das Tor zur Innenstadt, zwischen Düsseldorfer und Rheintorstraße sowie dem Hafenbecken I, wird eine völlig neue Eingangsgestaltung erhalten. Top-moderne Event- und Büroflächen sind dort geplant, die mit so klangvollen Bezeichnungen wie Technolym, Thinkdock oder 3D-Office etikettiert sind. Auch ein Hotel gehört zum Konzept. Eine Erschließungsstraße wird in Kürze gebaut, damit demnächst schweres Baugerät anrollen kann.

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Nach Aussage von Investor Kohl ist das Interesse am Standort Neuss groß: "Ich kann von Aufbruchstimmung sprechen." Ausdrücklich bezieht Kohl auch den Pierburg-Neubau auf der Hafenmole I mit ein, der im Frühjahr bezogen werden soll. Dann muss auch die neue Fußgängerbrücke über das Hafenbecken I fertig sein, denn viele der 700 Pierburg-Mitarbeiter sollen so bequem die öffentlichen Verkehrsmittel am Neusser Hauptbahnhof erreichen.

Im Rathaus freut sich Beigeordneter Hölters darüber, dass Industrie-Denkmäler so gezielt in eine neue Nutzung überführt werden: "Dieser Stadteingang erhält eine Landmarke." Das sei mehr als man habe erwarten können.

(NGZ)
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