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Neuss: "Neusser sind stolz auf ihre Stadt"

Neuss : "Neusser sind stolz auf ihre Stadt"

Halbzeit der Ratsperiode. Das Stellvertreterinnen-Duo ist die Konstante einer CDU-Fraktion, die in zehn Jahren mit Jörg Geerlings schon den vierten Vorsitzenden hat. Anne Holt und Ingrid Schäfer ziehen Bilanz.

Frau Holt, Sie sind die Konstante in bewegten Zeiten. Als Stellvertreterin erleben Sie seit 2002 mit Jörg Geerlings schon den vierten Fraktionschef. Warum kommt die CDU-Fraktion nicht zur Ruhe?

 Anne Holt und Ingrid Schäfer, feste Größen der CDU-Ratsfraktion.
Anne Holt und Ingrid Schäfer, feste Größen der CDU-Ratsfraktion. Foto: Woi

Anne Holt Selbstbewusste Menschen wollen überzeugt werden. Das bedeutet für jeden, der führt, er muss sich gut vorbereiten, er muss starke Argumente haben und viel Zeit für Gespräche investieren. Jörg Geerlings hat Ruhe in die Arbeit gebracht, gerade auch im Verhältnis zum Bürgermeister.

Ingrid Schäfer Kommunalpolitik heute erfordert wesentlich mehr Zeit und Diskussionsbedarf.

Frau Schäfer, Sie können das beurteilen. Sie sitzen seit 1994 im Rat und sind seit 2004 stellvertretende Vorsitzende. Fehlende Diskussion führt also zu Sollbruchstellen?

Schäfer Ja, innerhalb der Fraktion, aber auch an der Schnittstelle zwischen Rat und Verwaltung. Wir Feierabendpolitiker können nicht sachgerecht entscheiden, wenn uns 30-seitige Unterlagen aus dem Rathaus als Tischvorlage erreichen. Dass es auch anders geht, zeigt der neue Planungsdezernent Christoph Hölters. Er legt seine Unterlagen rechtzeitig vor. Das ist sehr gut.

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Bleiben wir beim Planungsbereich. Wie wollen Sie Fläche erschließen, die offenbar für Wohnbebauung und Gewerbe benötigt wird?

Schäfer Wir nehmen das Verfahren zum neuen Flächennutzungsplan sehr ernst. Dabei verfolgen wir die Prämisse, die Flächenressourcen in der Innenstadt zu nutzen und die Siedlungsgrenzen in den Stadtteilen erlebbar zu lassen — Ausnahmen wie jetzt in Uedesheim eingeschlossen. Wir gehen dabei sehr konzeptionell vor. Stichworte sind dabei der Umwelt-Entwicklungsplan oder die Enquete-Kommission, deren Ergebnisse in unsere planerischen Überlegungen einfließen werden.

Die öffentlichen Mittel sind knapp. Auch in Neuss. Kann Politik überhaupt noch gestalten?

Holt Zumindest kann Politik immer noch Freude bereit, weil wir etwas bewegen. Die Versorgungsquote der U3-Betreuung liegt bei uns in der Stadt Neuss derzeit bei 23 Prozent und wird im Laufe des Jahres 2013 die 40-Prozent-Grenze überspringen. Das liegt über dem gesetzlichen Ziel und kann sich sehen lassen.

Schäfer Obwohl wir auch in Neuss sparen müssen, zahlen unsere Sportvereine kein Nutzungsentgelt, wurde die Weißenberger Sportanlage, die Dreifachhalle an der Weberstraße und das Wassersportzentrum gebaut. Kein Brunnen wurde stillgelegt. Wir fördern 28 Kleingartenanlagen und unterhalten 13 Friedhöfe mit Gebühren, die jedem Vergleich standhalten.

Neuss, die Stadt, in der Milch und Honig fließen. Übertreiben Sie?

Holt Nein, weil wir um die Probleme wissen und hart arbeiten, um Verbesserungen zu erzielen. Wir lassen Neuss aber nicht schlecht reden. Letztlich sind die Neusser stolz auf ihre Stadt.

Schäfer Heute hält sie moderne, großstädtische Angebote bereit, ohne ihre kleinstädtische Atmosphäre zu verlieren.

Hält die CDU/FDP-Koalition?

Schäfer Selbstverständlich. Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen.

Ludger Baten führte das Gespräch

(NGZ)