Neusser Pflegetreff unter dem Motto „Pflegebedürftigkeit – was nun?“

Neusser Pflegetreff : Kampf gegen Unkenntnis beim Thema Pflege

Der jüngste Neusser Pflegetreff sollte die Frage beantworten: „Pflegebedürftigkeit – was nun?“

(ho-) Alternativen bei der Ausbildung, bessere Bezahlung und sozialere  Arbeitsbedingungen, einfach verbesserte strukturelle Rahmenbedingungen  schaffen: Das sind die Forderungen, geht es um den vieldiskutierten Pflegenotstand in den Pflegeeinrichtungen. Der jüngste Neusser Pflegetreff im Kontakt Erfttal zeigte ein weiteres Thema auf, mit dem er unter dem Titel „Pflegebedürftigkeit – was nun?“ die Pflegeberatung in den Fokus stellte. Denn es betrifft nicht nur die hauptberuflichen Kräfte, sondern auch den nicht zu unterschätzenden Teil pflegender Angehöriger. Gerade in diesem Bereich herrscht oft Unkenntnis vor allem über Rechte und Pflichten.

Treff-Initiator Werner Schell: „3,41 Millionen Menschen waren zum Jahresende 2017 in Deutschland pflegebedürftig im Rahmen des Pflegeversicherungsgesetzes. Davon wurden 76 Prozent zu Hause versorgt (2,59 Millionen). Weitere 0,83 Millionen dabei durch ambulante Pflegedienste.“

„Pflegebedürftigkeit ist“, so Referentin Tanja Segmüller, „vielfältig und entsteht nicht von heute auf morgen. Man rutscht hinein.“ Seien es Unfall, Alter oder Krankheit. Letzten Endes meist überraschend auch für die Angehörigen. Die der Pflege bedürfen, können sich meist nicht selbst helfen und etwa 60 Prozent der  Angehörigen ist oft nicht bekannt, dass jeder Pflegebedürftige und seine Angehörigen nach dem Gesetz ein Recht auf eine kostenlose professionelle Pflegeberatung haben.

Roswitha Katharina Teloh, unabhängige Pflegeberaterin: „Gute und präzise Pflegeberatung ist der Schlüssel für eine bessere und leichtere Pflege in der Familie. Die ja immer noch Favorit in der Betreuung ist.“ Im übrigen sieht der NRW-Landesförderplan „Alter und Pflege“ unter anderem die Einrichtung von Pflegeselbsthilfe-Kontakbüros vor. Ein derartiges Büro könnte, so Schell, im Kontakt Erfttal etabliert werden. „Wir sind dazu mit dem Rhein-Kreis Neuss im Gespräch.“

Auch das bisherige Entlassungsmanagement der Krankenhäuser hat neue gesetzliche Vorschriften. Werner Schell: „Patienten kehren bei schnellen Entlassungen in zum Teil schwierige häusliche Verhältnisse zurück. Sie werden zum Teil mit hohem Pflegebedarf beziehungsweise Hilfsnotwendigkeiten entlassen, ohne dass geregelt ist, wie die Versorgungslücke geschossen wird. Nunmehr soll das jetzt auf eine patientenfreundliche Basis gestellt werden.“