Neusser Mosaike: Gruppe erhält Einlass in Park von Schloss Reuschenberg

Tourenreihe „Neusser Mosaike“ : Gruppe erhält überraschend Einlass in Park von Schloss Reuschenberg

Der Selikumer Park liegt in Reuschenberg und das Schloss Reuschenberg wurde auf Selikumer Boden errichtet. Dies und noch sehr viel mehr erfuhren die Teilnehmer der Führung durch Selikum im Rahmen der Reihe „Neusser Mosaike“.

Stefanie Fraedrich-Nowag gab zunächst allgemeine Informationen zu Selikum: „Selikum ist einer der jüngeren und kleineren Stadtteilen von Neuss.“ Das Gros der Bebauung stamme aus den 1960er und 1970er Jahren, als viele Heimatvertriebe sich dort ansiedelten. „Der Nixhütter Weg war eine alte Römerstraße“, erfuhren die Teilnehmer der Führung. Er führte vom Lager in Grimlinghausen zu den fruchtbaren Gebieten um Selikum, die der Versorgung dienten.

Fraedrich-Nowag machte auf das Wappen der letzten Bewohner von Gut Selikum aufmerksam, der Freiherren von Boeselager. Der Hof von 1859 wurde von den Künstlern Gerhard Hoehme und Michael Kortländer entdeckt. Sie fanden Investoren, die ihn der Stadt abkauften. Dort leben aber längst nicht nur Künstler.

Gleich gegenüber: Die Corneliuskapelle. Sie war 1950 komplett neu errichtet worden. Ein alter Grintkopf, verkehrt herum angebracht, dient als Weihwasser-Becken. Die Ursprungskapelle war im 17. Jahrhundert erbaut worden, sie war Wallfahrtsstätte des Heiligen Cornelius. 1630 hatte die Pest gewütet, dies mag mit der Grund dafür gewesen sein, diese Kapelle zu bauen.

Fraedrich-Nowag zeigte der Gruppe auch die Marienkapelle „Maria Rast“, die 1638 von Johann Wilhelm von Reuschenberg erbaut wurde, mitten im Dreißigjährigen Krieg – vier Jahre später sollte Neuss von den Hessen besetzt werden. Diese Kapelle ist Teil des Corneliusweges.

Was einige Teilnehmer der Führung beglückte: Beate Düsterberg-Eissing, die mit ihrem Mann auf Schloss Reuschenberg lebt, sah die Gruppe und öffnete die Pforte des Parks. Sie verblüffte mit der Information, die Parkpflege erledige ein Hausmeister gemeinsam mit ihrem Mann. Das Schloss, das unter anderem als Landfrauenschule genutzt worden war, wurde früher auch Haus Selikum genannt. Es stammt aus dem Jahre 1834. Beate Düsterberg-Eissing erklärte, dass die Ausstellung in dem modernen Nebengebäude immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr geöffnet sei. Und sie verriet: „Im September 2020 werden wir eine große Ausstellung anlässlich des 100. Geburtstags von Gerhard Hoehme eröffnen.“

Das Brauchtum in Selikum wird vor allem von der Corneliusgesellschaft gepflegt. Deren Geschäftsführer Rolf Apel nahm  an der Führung teil – mit einem Korb voller Äpfel für  Teilnehmer.  Die Corneliusgesellschaft feiert traditionsgemäß ihr Appeltaate-Fest immer eine Woche nach dem großen Neusser Schützenfest.