Neusser Mosaike: Einladung zum Besuch im Geschiwster-Scholl-Haus

Neusser Mosaike : Seit Generationen ein Treff der Jugend

NEUSSER MOSAIKE Seine Lage, Geschichte und Nutzung machen das Geschwister-Scholl-Haus zu etwas Einzigartigem. NGZ und Neuss Marketing ermöglichen bei der „Neusser Mosaike“-Tour am 20. Juli besondere Einblicke.

 Es ist eine regelrechte Sommeridylle, die sich dem Besucher bietet, wenn er die lange Zufahrt aufs Geschwister-Scholl-Haus herunterkommt: Umgeben von einer grünen Parkanlage streckt sich lang das hell gestrichene Backsteingebäude aus. Braune Fensterläden und der vorgelagerte Eingang mit Balkon erinnern an ein malerisches Landhaus. Auf der Holzterrasse laden Tischgruppen unter weiten Sonnenschirmen zum Ausruhen ein. Ein paar Jugendliche, die sich auf der Wiese zu Fitnessübungen verabredet haben, kühlen sich zwischendurch im aufgestellten Schwimmbecken ab. Im Café lassen sich ein paar junge Leute ihren Imbiss schmecken, die Übergänge zwischen „Personal“ hinter der Theke und „Gästen“ davor sind fließend. Mittendrin steht Werner Michels, seit sage und schreibe 37 Jahren Leiter einer der ältesten Neusser Jugendeinrichtungen.

Denn genau das ist das Geschwister-Scholl-Haus an der Leostraße im Neusser Norden, das bereits 2002 sein 50-jähriges Bestehen feierte. Niemand anderes als Werner Michels ist darum auch bestens geeignet, die Gäste durch Haus und Gelände zu führen, wenn NGZ und Neuss Marketing am 20. Juli im Rahmen der Tourenreihe „Neusser Mosaike“ dorthin einladen.

„Einzigartig“ sei das Haus, sagt Michels, der 1980 zunächst als Honorarkraft an die Leostraße kam. Einzigartig macht die Einrichtung ihre Lage am Ende einer Sackgasse, inmitten eines großzügigen Geländes und umgeben von Schulen. „Hier sitzen wir wie die Spinne im Netz“, sagt Michels, denn seine Klientel hat es nicht weit zur offenen Kinder- und Jugendeinrichtung. Einzigartig macht das Haus aber auch seine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte, die nicht frei von einer gewissen Ironie ist. Denn ursprünglich war an diesem Standort während des NS-Regimes ein Heim für die Hitlerjugend geplant, das nicht zuletzt wegen des Kriegsausbruchs über die Fundamente nicht hinauskam. Auf diesen baute die Stadt Neuss 1952 das Jugendheim, das 1960 nach den Geschwistern Sophie und Hans Scholl benannt wurde, den Mitgliedern der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ und Opfer des Nazi-Regimes.

Das Team des Geschwister-Scholl-Hauses – Michels und zwei hauptamtliche Pädagogen werden von freien Mitarbeitern und zwei FSJlern unterstützt – bietet Kindern ab dem Grundschulalter und Jugendlichen (ab 5. Klasse) montags bis freitags zwischen 13 und 20 Uhr eigens auf sie zugeschnittene Freizeitprogramme. Die reichen vom offenen Treff mit Billardtisch und klassischen Brettspielen über den Zockerraum mit Computerspielen, Koch- und Backgruppen, Theater- und Tanz-AGs bis zu Bauspielplatz und Fahrradwerkstatt. Im Kreativraum entstehen Textilarbeiten und Kunstwerke, die Ausstattung des Medienraumes ermöglicht hochwertige Bildbearbeitung. Beliebt sind auch die Bastelaktionen, der „Renner“ bei den jüngeren.

Geradezu legendär waren über 15 Jahre die Live-Konzerte, die alle 14 Tage am Freitagabend Musikfans in die Nordstadt lockten. Sie sind inzwischen Geschichte. Immer wieder wurde das Programm des „GSH“ verändert, passte sich den Bedürfnissen der Jugend an. So soll aktuell dem Wunsch einiger älterer Jugendlicher entsprochen und ein Fitnessraum eingerichtet werden. Die Pädagogen verschließen aber auch nicht die Augen vor der Lebenswirklichkeit ihrer Besucher: „Zurzeit installieren wir ein Programm gegen Mobbing“, sagt Michels

(NGZ)
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