1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Neusser lesen in der Bibliothek um die Wette

Neuss : Neusser lesen in der Bibliothek um die Wette

Wetten, dass ... es die Stadtbibliothek schafft, genug Neusser zu animieren, die einen ganzen Tag lang im Haus am Neumarkt vorlesen? Christiane Zangs, Kulturdezernentin und in diesem Fall Vertreterin für Wettpartner Herbert Napp, nimmt die Wette im Namen des Bürgermeisters gerne an. "Ich glaube daran", sagt sie lachend, hat sich aber zuvor vergewissert: Dürfen Mitarbeiter der Bibliothek einspringen, wenn sich eine Lücke auftut?

"Nein!" Die Antwort von Eva Müller ist eindeutig. Die verantwortliche Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbereichs der Stadtbibliothek hat die ungewöhnliche Aktion anlässlich des bundesweiten Vorlesetages gemeinsam mit dem Förderverein der Bücherei initiiert und organisiert. Von 10.15 bis 18.15 Uhr soll am Freitag, 18. November, in der Stadtbibliothek mit maximal fünfminütigen Pausen vorgelesen werden. "Jeder kann seinen Text oder sein Buch selbst aussuchen", sagt sie, "auch die Lese-Dauer wird nicht festgelegt." Mit einer Ausnahme: Sollten sich zu viele Neusser einfinden, wird die Dauer auf eine halbe Stunde beschränkt.

Eva Müller, der Freundesverein und auch Bibliotheks-Leiter Alwin Müller-Jerina verstehen die Aktion als Lese-Förderung – und haben auch ihren Spaß dabei. Denn einen Einsatz gibt es auch: Sollte das Ganze nicht klappen, werden die 24 Mitarbeiter der Bibliothek abwechselnd am Freitag, 25. November, den ganzen Arbeitstag lang vorlesen: "Aber in Kostümen", beteuert Müller-Jerina. Auch Christiane Zangs will im Falle des Wettverlustes sich einreihen.

  • Duisburg : Angebot der Stadtbibliothek: Vorlesen digital
  • Neuss : Kölnerin wird Chefin der Neusser Stadtbibliothek
  • Neusser Mappenprojekt „Wir“ : Karin Geiger fotografiert das Zeughaus als Raumerlebnis

Eva Müller hat im Vorfeld schon für viel Werbung gesorgt: 5000 Postkarten hat sie verteilt und hofft darauf, dass sich viele angesprochen fühlen: "Egal, ob Alt oder Jung, egal, ob ein Kinderbuch, eine Liebesgeschichte oder eine Bedienungsanleitung in Japanisch – alles ist erlaubt", sagt sie. Überhaupt möchte sie gerne möglichst viele Fremdsprachen dabei haben: "Aber echte, keine aus der Fantasie", ergänzt sie lachend. Eine Jury wird über die Wette wachen, eine Anmeldung ist nicht nötig. Jeder, der mag, kann sich am 18. November in der Bibliothek einfinden.

(NGZ)