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Neusser Jägerkorps feiert seinen Senior Ferdi Moog

Neusser Jägerkorps : Schützen wollen Tradition modern leben

Ehrenadjutant Ferdi Moog ist seit 70 Jahren dabei. Die Schützen feiern ihn. Jägermajor Rene Matzner will das Korps unter dem Leitwort „Tradition modern leben“ fit für die Zukunft machen.

Eine Szene mit Symbolkraft. Rene Matzner, der erst 34 Jahre alte Major des 1823 gegründeten Jägerkorps, verlässt seinen Platz auf dem Podium, eilt ins Auditorium, um mit Ferdi Moog (89) den Senior der Grün-Weißen zu umarmen, der schon vor 70 Jahren dabei war als sich das Neusser Schützenfest 1948 anschickte, nach dem Zweiten Weltkrieg wieder das Laufen zu lernen. Zu Ehren Moogs, der dem Korps 24 Jahre als Adjutant diente, erhoben sich die 500 Jäger im Saal und spendeten stehend großen Beifall.

Ihm galt Sonntag der größte Beifall: Ferdi Moog, der bereits 1948 Schützenfestluft schnupperte. Foto: Ludger Baten

Es war der emotionale Höhepunkt der Großen Festversammlung, mit der sich die Neusser Jäger traditionell am Tag nach dem positiven „Zog-Zog“-Votum auf das Schützenfest einstimmen. Dabei zog sich die Suche nach der Balance zwischen Tradition und Moderne wie ein roter Faden durch den Vormittag. So wie sich mit Matzner und Moog zwei Jäger herzten, die 55 Lebensjahre trennen, so versucht Matzner das Korps auszurichten, in dem Jung und Alt Seite an Seite marschieren, „damit der Verein auch in 20 Jahren noch Zukunft hat“. Das Leitwort hört sich bei Matzner so an: „Tradition modern leben“. Mit einer großen Image-Offensive wollen der Major und seine Mitstreiter den Personalschwund stoppen. Das einstmals größte Korps im Regiment ist auf Platz vier abgerutscht. In diesem Jahr werden 800 Jäger in 47 Einheiten d’r Maat erop kommen. Damit ist Kopfzahl im Vergleich mit den vergangenen Jahren relativ stabil. Stark bleiben die Jäger im Fackelbau. 22 Großtransparente sind angemeldet.

Doch in den Mittelpunkt stellt Matzner den Kampf gegen rückläufige Aktivenzahlen. Den Trend will er umkehren. Das Leitwort von der Tradition, die modern gelebt wird, hat Korpsmitglied Frank Kurella visuell umgesetzt. Entstanden ist ein fröhliches „Wimmelbild“, das die Vielfalt im Leben der Jäger darstellt und – bei den Schützen nicht selbstverständlich – auch unübersehbar Frauen ins festliche Geschehen einbezieht. Das Stichwort dazu heißt „rösken-pflegen“. Das Plakat wurde am Sonntag in der Stadthalle offiziell vorgestellt. Es machte im Großformat auf der Bühne deutlich, warum dieses Korps unverwechselbar ist: 100 Prozent Jägerfreude!

(lue-)