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Neuss: Neusser halten sich mit Baumspenden zurück

Neuss : Neusser halten sich mit Baumspenden zurück

Der Sturm hat viele Bäume zerstört. Doch Spenden von Bürgern für Neupflanzungen fließen nur schleppend - anders als in Düsseldorf.

Nach den Verwüstungen durch den Pfingststurm "Ela" sind in Düsseldorf bereits über 200 000 Euro an Spenden für neue Bäume eingegangen. Einen solchen Enthusiasmus kann Neuss nicht verzeichnen. Nach Auskunft der Stadt haben bislang 43 Bürger 10 285 Euro auf das Spendenkonto eingezahlt, das für Neupflanzungen eingerichtet wurde. "Wir freuen uns über jede weitere Spende", sagt Stadtsprecher Sascha Severin.

Durch den Sturm am Abend des 9. Juni wurden in der Quirinusstadt allein von den rund 58 000 städtischen Bäumen entlang von Straßen und in Parks etwa 15 000 beschädigt oder umgeworfen. Ein neuer Straßenbaum kostet der Verwaltung zufolge durchschnittlich 1000 Euro, ein Baum in einem Park rund 500 Euro. Die Stadt hatte beim Land einen Schaden an öffentlichen Bäumen und Gebäuden in Höhe von 15 Millionen Euro angemeldet. Ihr stehen nun 1,1 Millionen Euro aus dem Hilfsfonds des Landes zu.

SPD-Landtagsabgeordneter Reiner Breuer weist darauf hin, dass das NRW-Umweltministerium durch das Programm "Bürgerbäume" zudem Spenden für Baumersatzpflanzungen von Bürgern verdoppelt und ruft deshalb zu weiteren Spenden in Neuss auf. Insgesamt stehen für das "Bürgerbäume"-Projekt eine Million Euro zur Verfügung. "Jeder Baum, den wir heute pflanzen, macht unsere Städte nicht nur lebenswerter", erklärt Umweltminister Johannes Remmel. "Er ist auch eine Investition in den urbanen Naturschutz." Schließlich machten Bäume heiße Sommertage erträglicher. Sie produzierten Sauerstoff und seien Lebensgrundlage für viele Tiere.

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Vor den Neupflanzungen, die zum Teil schon jetzt starten, müssen aber zunächst die Schäden beseitigt werden. Und das wird noch einige Zeit dauern. Direkt nach dem Sturm hatte die Stadt vier Prioritätsstufen für die Abarbeitung festgelegt. Derzeit sei man hauptsächlich bei den Aufräumarbeiten der Stufe drei, berichtet Planungsdezernent Christoph Hölters. Dazu gehörten alle Naherholungsbereiche, wie Waldwege und Grünzüge. Auch einige Restarbeiten in Stufe zwei - Nebenstraßen, Radwege, Plätze und Grünverbindungen - erfolgten noch. Unter Federführung des Amtes für Umwelt und Stadtgrün sowie mit Hilfe beauftragter Fachfirmen seien zurzeit noch regelmäßig 60 Mitarbeiter im Einsatz, sagt Hölters.

Schwerpunkt im Moment seien die Aufräumarbeiten im Grünzug Gnadental sowie im Grünzug Obererft. Danach stehe der Selikumer Park auf der Liste. "Nach derzeitiger Einschätzung sollen diese Arbeiten bis Ende Oktober/Anfang November abgeschlossen sein", erklärt Hölters. Die vollständige Schadensbeseitigung in der Prioritätsstufe drei werde voraussichtlich noch bis Ende des Jahres dauern.

(NGZ)