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Neusser Genossenschaft baut 400 Wohnungen bis 2020

GWG Neuss schafft bezahlbaren Wohnraum : Genossenschaft baut 400 Wohnungen bis 2020

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft ist nach dem Bauverein der zweitgrößte Wohnungsanbieter in Neuss. Innerhalb von nur sieben Jahren baut er seinen Bestand um mehr als zehn Prozent bis 2020 auf 3750 Einheiten aus.

Es ist ein Kraftakt. Finanziell. Personell. Organisatorisch. In nur sieben Jahren - zwischen 2013 und 2020 - baut die 1901 gegründete Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft (GWG) Neuss 400 neue Wohnungen und stockt damit ihren Bestand um mehr als zehn Prozent mit dann 3759 Wohneinheiten auf. „In der aktuellen regen Bauphase ernten wir“, sagt Vorstand Stefan Zellnig, „was wir in den Jahren zuvor vorbereitet haben.“ Damals sei es vornehmlich um Sanierungen im Bestand gegangen und das Unternehmen habe die Zeit genutzt, das Eigenkapital aufzustocken. So werden Jahresüberschüsse - abzüglich der Dividende - immer ins Unternehmen reinvestiert. „Jetzt können wir auch finanzieren, was wir planen.“

Die GWG ist der größte private Wohnungsanbieter in Neuss. Größer ist nur der städtische Bauverein mit 6788 Wohnungen. Dabei realisiert die kleinere GWG - anders als der Bauverein zum Beispiel mit den laufenden Großvorhaben Alexianer-Gelände oder ehemalige Sauerkrautfabrik Leuchtenberg - kleinere Projekte, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt oftmals bestehende Baulücken nutzt oder größere Volumen aufsetzt, wo kleinere Gebäude in die Jahre gekommen sind. „Wir nehmen den genossenschaftlichen Gedanken ernst“, sagt Vorstand Ulrich Brombach, „bei uns steht der Mensch und sein soziales Umfeld im Vordergrund.“

An der Carlo-Mierendorff-Straße ensteht ein neuer Kindergartengarten. Foto: Ludger Baten

So legt die GWG ihre Projekte immer „gemischt“ an. Im Klartext: frei finanzierte und öffentlich geförderte Wohnungen werden zu einer Einheit vernetzt. Ein Vorzeigebeispiel nimmt am Ende der Augustastraße - Parallelstraße zur Rheydter Straße - Formen an. Am Wendehammer wurden Bestandshäuser abgerissen. Dort realisiert die GWG den Neubau von elf Miet-Einfamilienhäusern, von denen acht mit Mitteln des Landes NRW öffentlich gefördert wurden. Entsprechend preiswert ist die aufgerufene Miete: 5,75 Euro pro Quadratmeter. „Unsere Zielgruppe sind junge Familien“, sagt Brombach, „Ehepaare mit drei oder vier Kindern können an der Augustastraße noch ein Schnäppchen machen.“

Im Herbst fertiggestellt: 14 Wohnungen an der Lützowstraße. Foto: Ludger Baten

Zum GWG-Quartier mausert sich der Stauffenbergpark, dessen Entwicklung mit der energetischen Sanierung von 64 Bestandswohnungen im Laufe des Jahres abgeschlossen werden soll. Im Quartier, im Stadionviertel gelegen, hat die GWG in mehreren Bauabschnitten insgesamt 84 moderne Wohnungen inmitten einer großzügig gestalteten Grünanlage errichtet. 16 Einheiten wurden öffentlich gefördert. Zum Serviceangebot vor Ort gehören neben einem GWG-Büro als Anlaufstätte auch eine Gästewohnung, in der Besucher übernachten können.

Glehner Weg: 20 Wohnungen und acht Einfamilienhäuser sind im Bau. Foto: Ludger Baten

Längst engagiert sich die GWG Neuss in enger Abstimmung mit der Stadt Neuss auch beim Bau weiterer Kindertagesstätten. Das jüngste GWG-Vorhaben soll im September an der Carlo-Mierendorff-Straße in Weckhoven fertig gestellt werden. In dem zweigeschossigen Komplex werden 80 Mädchen und Jungen in vier Gruppen einziehen. Das Deutsche Rote Kreuz wird dort zum neuen Schuljahr den Betrieb aufnehmen.

(lue-)