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Neuss: Neusser eröffnet eigene Mosaik-Werkstatt

Neuss : Neusser eröffnet eigene Mosaik-Werkstatt

Eigentlich ist Sebastian Nyga Krankenpfleger. Neben seinem erlernten Job hat er jetzt ein Mosaik-Atelier eröffnet, in dem er Kurse gibt.

Als Sebastian Nyga vor knapp drei Jahren die Mosaikkunst für sich entdeckte, hat er in der Umgebung vergeblich nach einem entsprechenden Kursus gesucht. Bis nach Bonn musste er damals fahren. Nun hat der 43-Jährige sein eigenes Atelier in Neuss bezogen und gibt dort selber Kurse.

Dabei hat der gelernte Krankenpfleger erst vor einigen Jahren seine kreative Ader entdeckt, als er einen Malkursus in der Kunstschule in Allerheiligen belegte. Bei einem Materialeinkauf für diesen Kursus entdeckte er dann die verschiedenen Steine und Gläser für Mosaikbilder. Seitdem hat Sebastian Nyga zahlreiche kleine Kunstwerke geklebt.

Sein neu bezogenes Atelier in Uedesheim ziert eine Auswahl seiner besten Werke. Denn für sein neues Hobby wurde es "Zuhause langsam zu eng", sagt Nyga. Mit seinem Atelier im Uedesheimer Gewerbegebiet hat sich der Familienvater einen Ort geschaffen, an dem er seiner Kreativität freien Lauf lassen kann. Dort stapeln sich in hohen Regalen bereits unzählige Steine, Glasscherben und sogenannte "Smalten". Das sind byzantinische Glasstücke, die es in vielen Farbabstufungen gibt. Damit, erklärt Nyga, "können tolle Farbübergänge geschaffen werden". Und Mosaike beschränken sich nicht bloß auf einfache Steine. Nyga arbeitet mit Glasnuggets, halben Murmeln oder auch Muscheln. Jedes Material hat einen eigenen Charakter.

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Sogar mit zersprungenem Sicherheitsglas aus Heckscheiben bastelt der Hobbykünstler kleine Kunstwerke. Die Arbeit mit den winzigen Scherben sei zwar besonders aufwendig, dafür sei das Ergebnis aber auch besonders schön, findet Ngya.

Seit seinem ersten Versuch an einer alten Blechdose haben sich die Mosaikbilder von Nyga stark weiterentwickelt. Mittlerweile entwirft er seine eigenen Bilder, die er aus Tiffany-Glas zusammensetzt. Dafür sucht er sich verschiedene Motive und zeichnet sie auf einer Schablone vor. Jedes einzelne Glasstück schneidet er dann mit einem speziellen Glasschneider zu. "Glas-Mosaike zu erstellen ist sehr aufwendig, aber es lohnt sich", sagt Nyga, der sich jeden Mittwochabend für sein neues Hobby Zeit nimmt. Bis zu 40 Arbeitsstunden hat er in seine größten Mosaikbilder investiert.

Inspiration für seine Werke hat Nyga zuletzt vor zwei Jahren auf seiner Italienreise nach Ravenna gesammelt, die Stadt im Norden Italiens bietet einige der ältesten und aufwendigsten Mosaike, "das war beeindruckend", findet Nyga.

Seine Begeisterung hat er zunächst in Kooperation mit der Kunstschule in Allerheiligen weitergegeben. Dort hat er im September vergangenen Jahres seine ersten eigenen Kurse gegeben. "Das Angebot in der Umgebung ist sehr gering. Mosaikkunst ist eine Nische", bedauert der Hobbykünstler. Mit seiner Werkstatt hofft er diese schließen zu können.

Dort bietet er nun jeden Mittwoch eine Einführung in die Mosaikkunst an. In den ersten Stunden können sich die Teilnehmer dann mit den Materialien vertraut machen und verschiedene Techniken erlernen. "Es ist interessant zu beobachten, wie die Teilnehmer die Steine arrangieren. Oft sagt das schon etwas über den Charakter aus", meint Nyga.

(NGZ)