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Neuss: Neusser bringen italienische Küche nach Deutschland

Neuss : Neusser bringen italienische Küche nach Deutschland

Nudeln machen glücklich, kein dummer Spruch, sondern wissenschaftlich belegt: die Kohlenhydrate in der Pasta setzen Glücksbotenstoffe im Gehirn frei. Und die Deutschen wollen glücklich sein: 7,4 Kilogramm Teigwaren essen sie pro Kopf und Jahr. Was das mit Neuss zu tun hat? "Nackte" Nudeln machen vielleicht glücklich, wer aber zusätzlich noch etwas schmecken möchte, der bekommt mit Neusser Hilfe Produkte auf den Teller, die aus Pasta echtes Essen machen.

In der nüchternen Umgebung des Gewerbegebietes am Blindeisenweg im Neusser Süden steuert Detlef Kluge, Geschäftsführer von Saclà Deutschland, den Vertrieb italienischer Spezialitäten wie Pesto, Pastasaucen oder Antipasti. Zwei Produkte aus dem Angebot des Familienunternehmens mit Sitz in Asti in der norditalienischen Region Piemont wurden am Mittwoch in Köln vom Institut "Produkt des Jahres" mit dem gleichnamigen Titel ausgezeichnet.

Test mit 10.000 Verbrauchern

Zehntausend Verbraucher haben dafür nach Kriterien wie Innovation, Attraktivität oder Zufriedenheit Bewertungen abgegeben. Die Pesto-Varianten Arrabbiata und alla Rucola gehören zu den Siegern. Saclàs Deutschland-Chef gefällt die Auszeichnung aus Köln besonders, weil sie nicht allein auf dem Urteil weniger Tester, sondern auf Einschätzungen tausender Verbraucher beruht. Das verspricht nicht nur einen kulinarischen, sondern auch einen kommerziellen Erfolg: "Und den gibt es in der Tat", sagt Kluge. 42 Prozent Umsatzplus habe Saclà 2010 bei dem Pesto registriert, auf dessen Etikett der Hinweis "Produkt des Jahres" stand. "Und das ohne teure Fernsehwerbung mit Prominenten wie Steffi Graf."

Der Geschäftsführer muss seine Aufgabe, Pesto und Pastasauce in die Supermarktregale zu bringen, ohne großes Werbebudget erfüllen. Da sind ihm der Marktführer Barilla, der seine Saucen mit Hilfe des deutschen Tennis-Superstars verkauft, und Konkurrent Bertolli, der auf TV-Spots mit italienischem Flair setzt, um einiges voraus. Saclà hingegen versucht, möglichst viele Kunden direkt zu erreichen, mit Probieraktionen, Test-Pakten, Probepackungen. Vor Qualitätsvergleichen hat Kluge keine Angst: "Wir sind besser, das heißt: ergiebiger, fruchtiger und mit allein 14 Sorten Pesto auch vielfältiger als die anderen." An Konkurrenten wie Kattus und Buitoni sei Saclà in Sachen Pesto bereits vorbeigezogen. Derzeit macht das Unternehmen, das 1999 in Düsseldorf gegründet wurde und vor acht Jahren nach Neuss gezogen ist, in Deutschland 4,5 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Am Blindeisenweg arbeitet dafür eine sechsköpfige Mannschaft.

Viele Bereiche wurden ausgelagert, darunter auch die Logistik, für die der Spediteur Dachser – ebenfalls in Neuss – zuständig ist. Warum gerade Neuss? "Wir haben in Düsseldorf angefangen. Das ist auch schön, aber Neuss bietet Vorteile: vernünftige Mieten, zentrale Lage, gute Infrastruktur", erklärt Kluge, der sich auch im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) engagiert.

In Neuss angekommen sei zudem nicht nur das Unternehmen, sondern auch die Belegschaft: "Wir wohnen fast alle in Allerheiligen – in direkter Nähe, auch das ist ein Stück Lebensqualität."

(NGZ)