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Neusser Bauverein experimentiert mit neuem Verkaufsmodell

Gelände des ehemaligen Alexianer-Krankenhauses : Neusser Bauverein experimentiert mit neuem Verkaufsmodell

Zur Expo-Real (8. bis 10. Oktober) nimmt Bürgermeister Reiner Breuer nicht nur Projekte mit, sondern auch ein Vermarktungsmodell, mit dem der Neusser Bauverein in der Branche Neuland betritt. Denn der Preis für mindestens ein Drittel der Häuser und Eigentumswohnungen, die auf dem Neusser Alexianer-Areal entstehen und frei verkauft werden, orientieren sich nicht am Marktmöglichen, sondern an der Kaufkraft der Zielgruppe.

„Preisgedämpft – in Top-Lage“, das ist das Ziel.

Seit Jahren schon wird über das Gelände des ehemaligen Alexianer-Krankenhauses diskutiert, Preise kamen aber noch nie zur Sprache. Das moniert Heinz Sahnen, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, in einem Brandbrief an die Mitglieder des Gremiums.  „Der Begriff „bezahlbar“ müsste vom Aufsichtsrat endlich definiert und in Euro zum Ausdruck gebracht werden“, schreibt er. Denn er wolle wenigstens halbwegs konkret die Frage beantworten können: „Wie teuer wird dort eine Wohnung?“

Die Bitte kann ihm Bauvereins-Vorstand Frank Lubig wohl erst in zwei Jahren erfüllen, wenn mit dem Bau der Objekte begonnen wird, die als Eigentum verkauft werden sollen. Niemand könne abschätzen, wie sich die Baupreise bis dahin noch entwickeln, sagt er zur Begründung. Aber das Ziel ist anvisiert. „Wir arbeiten auch im Rathaus mit Hochdruck an Modellen, wie man preisgedämpft Eigentum bilden kann“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Breuer. Ein Element dabei: Erst einmal preiswert bauen.

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Rund 520 Wohneinheiten werden im Quartier entstehen, 197 davon behält der Bauverein nicht im Bestand, sondern verkauft sie. Ein Drittel davon (29 Einfamilienhäuser und 31 Eigentumswohnungen) geht preisgedämpft an die neuen Eigentümer. Dabei läuft der Verkauf – das ist die eigentliche Neuheit – in einem Drei-Stufen-Modell. Zunächst dürfen die Erwerber zugreifen, die nach den Richtlinien der NRW-Bank förderwürdig wären. Das heißt auf eine Familie mit zwei Kindern und wenig Ersparnissen übersetzt: Das Nettomonatseinkommen liegt zwischen 2750 und 3400 Euro. Ein Drittel davon wird für Zins und Tilgung veranschlagt, so dass bei einem Reihenhaus von 108 Quadratmetern Wohnfläche ein Preis um die 370.000 Euro herauskommen soll. Bleiben Objekte über, darf in Schritt zugreifen, wer diese Einkommensgrenze um bis zu 40 Prozent übersteigt. Und erst nach Abschluss dieser Verkaufswelle kommen die restlichen Objekte auf den freien Markt. So weit das rechtlich möglich ist, sagt Breuer, will er dieses Angebot auf Neusser Familien beschränken.