1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Zweifel an SPD-Idee für Open-Air-Bühne im Rennbahnpark

SPD-Vorschlag für Rennbahnpark Neuss : Zweifel an Idee für dauerhafte Open-Air-Bühne

Die SPD hat eine dauerhafte Event-Bühne im Neusser Rennbahnpark vorgeschlagen. Es mehren sich die Stimmen, die das Ansinnen kritisch sehen.

Die Idee der SPD, im Rennbahnpark eine dauerhafte Open-Air-Bühne zu errichten, sorgt weiter für Diskussionen. Ingeborg Arndt, für die Fraktion Jetzt im Stadtrat, meldet sich als Sprecherin der Ortsgruppe Neuss des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit Bedenken zu Wort: „Außer den Organisationsfragen gibt es noch viel wichtigere Aspekte, die gerne verschwiegen werden. Dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, das auch aus stadtklimatischen Gründen diesen Schutz hat.“ Bereits der frühere Bürgermeister Herbert Napp habe seine Schwierigkeiten damit gehabt. „Ich erinnere mich noch sehr genau, dass im Innenrund der Rennbahn keine Aufbauten gestattet wurden und nur mit Sondergenehmigung vorübergehende Aufbauten gestattet wurden“, so Arndt.

Auch die von der SPD in die Diskussion gebrachte Idee eines „Central-Park“ in Neuss habe deshalb keine Chancen. „Die dafür großflächige Bepflanzung der jetzt noch offenen Flächen mit Bäumen fällt aus demselben Grund aus“, so die Politikerin und Umweltschützerin. Eine dauerhafte Bühne für Veranstaltungen sei höchstens im Randbereich des Rennbahnparkgeländes vorstellbar.

  • Beim Hansetag spielte unter anderem die
    SPD schlägt Open-Air-Bühne in Neuss vor : Bürgerpark und Kulturraum – eine Idee mit Potenzial
  • Spielte bei der Eröffnung des Internationalen
    Veranstaltungsort in Neuss : Dauerhafte Open-Air-Bühne wirft Fragen auf
  • Megastimmung beim Farbgefühle-Festival: 3-2-1 – erst
    Fast 5000 Besucher in Neuss : Farbgefühle-Festival erobert den Rennbahnpark

Thomas Klann, CDU-Kreistagsabgeordneter aus Neuss, hält unterdessen eine Bühne, die sich an der von der SPD als Vorbild genannten Gildepark-Bühne in Hannover orientiert, für überdimensioniert: „Hannover hat veranstaltungsgeografisch ein viel größeres Publikumspotenzial als Neuss.“ Neuss hingegen liege im „Wettbewerbs-Kessel“ der Eventbranche zwischen Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach. „Wenn diese hervorragende Idee mit den Planungen zur Landesgartenschau im Kontext anstehenden Investitionen projektiert werden soll, dann braucht Neuss einen Vermarkter, mit der Reputation einer Agentur, wie beispielsweise vergleichbar mit Hannover Concerts“, so Klann.

Solche Agenturen seien auch im Rheinland zu finden, so der CDU-Politiker, allerdings sollte die Machbarkeit einmal durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss mit mehr als 5000 Besuchern oder auch einmal mit weniger als 1000 Besuchern geprüft werden. Eine Idee mit Potenzial brauche ein Konzept und eine Anschubfinanzierung sowie viel wichtiger den richtigen Partner. Klann nennt als Beispiel 3M Deutschland in Neuss: „Dieses Unternehmen hat in der Vergangenheit sehr erfolgreich das Rosengartenkonzert unterstützt.“

Ob solche oder andere denkbare Events, etwa der Schützen oder auch im Zusammenhang mit dem Shakespeare-Festivals jedoch ausreichten, eine Open-Air-Bühne konsequent auszulasten, bezweifelt Klann offensichtlich stark: „Dann lieber besser die Räuber auf dem Freithof mit der Familie und einem bezahlbaren Kaltgetränk in der Hand.“

(ki-)