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Neuss: Zwei Überraschungen beim Weihnachtskonzert der DKN

Zeughaus in Neuss voll besetzt : Zwei Überraschungen beim DKN-Weihnachtskonzert

Der weltberühmte Oboist und Dirigent Nicholas Daniel leitete erstmals ein Konzert der Deutschen Kammerakademie Neuss.

Das Weihnachtskonzert der Deutschen Kammerakademie Neuss (DKN) im Zeughaus hatte zwei im Nachhinein sehr positiv bewertete Überraschungen für das Publikum parat: Der weltberühmte Londoner Oboist und Dirigent Nicholas Daniel (57) leitete erstmals die DKN. In Deutschland ist er vor allem bekannt mit seinem „britten oboe quartet“. Die zweite Überraschung brachte er gleich selbst mit: Erstmals gab es in einem Weihnachtskonzert der DKN neben barocker und klassischer Musik auch zwei zeitgenössische Werke.

Vorsichtig hatte er vorher angefragt: „Ist das was für Neuss?“ Glücklicherweise stimmte Orchestermanager Martin Jakubeit dem einfallsreichen Programm zu. So lernte das Publikum den britischen Komponisten Alec Roth (71) und dessen „Abreise der Königin von Saba“ kennen. Er nutzt das gleiche Instrumentarium wie Georg Friedrich Händel in seiner „Ankunft der Königin von Saba“, dessen „Sinfonia“ die DKN zur Eröffnung glanzvoll gespielt hatte. Alec Roth nimmt aber nur eine Oboe (Judith Blauw) und ersetzt die zweite durch ein Englischhorn (Ulrich Ehret). Gleichzeitig inspirierte ihn zur Komposition das Bild „Die Königin von Saba und König Salomon im Garten der „Lüste“ der brasilianischen Künstlerin Ana Maria Pacheco. Die Musik dazu ist das wortlose Duett zwischen der Königin (Oboe) und Salomon (Englischhorn). Dazwischen flüstern die Streicher, oft pizzicato, „Lass meinen Liebsten in seinen Garten kommen und die süßen Früchte probieren.“

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Ebenso anregend war das „Largo in Homage to B.A.C.H.“ der schottischen Komponistin Thea Musgrave (91). Sie nimmt die Zuhörer in vier kurzen Abschnitten auf eine emotionale Reise mit, bei der die Bach-Initialen harmonische Grundlage sind. Einem traurigen B-Dur folgt ein inbrünstiges A-Dur, die Viola unterbricht in eindringlich unruhigem C-Dur, die Violine schließt in friedlichem H-Moll. Das Orchester begleitet die Reise mit einem „Nebel“ aus spannenden Clustern. Hauptsächlich aber gab es die für ein Weihnachtskonzert typischen Highlights aus Barock und Klassik. Natürlich glänzte Nicholas Daniel in seiner eigentlichen Profession in zwei Oboenkonzerten und leitete die DKN in Mozarts „Sinfonie Nr. 29 A-Dur“ zu außerordentlichen Höhepunkten. Sein temperamentvolles Dirigat schien jede Sekunde jedes einzelnen Orchesterteiles zu leben. So wurde im Finale das „Brandenburgische Konzert Nr. 1“ (BWV 1046) in üppiger Streicherbesetzung und mit zwei Hörnern, drei Oboen und Fagott ungewöhnlichem Bläserreichtum vor allem im Tutti-Klang aller Instrumente zum hymnischen Jubel.