Probenbesuch in Neuss Zur Stunk-Sommernacht ins Globe

Neuss · Die Proben der Stunker gehen in die heiße Phase: Am Wochenende präsentieren sie ihre Alternative zur traditionellen Karnevals-Kabarettshow.

 Die Stunker treffen sich zu ihrer ersten Probe im Globe – wie in Shakespeares Sommernachtstraum sind auch Elfen und Handwerker dabei.

Die Stunker treffen sich zu ihrer ersten Probe im Globe – wie in Shakespeares Sommernachtstraum sind auch Elfen und Handwerker dabei.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Fast könnte man es für eine Shakespeare-Probe halten: An der Rückwand des Globes ragen Bäume in die Höhe, grüne Röhren leuchten im Wald und auf der Bühne stehen Schauspielende, die in Elfen- und Handwerkskostüme geschlüpft sind. Doch ist es kein neuer Sommernachtstraum, der da einstudiert wird – sondern eine Alternative zur beliebten Karnevalskabarettsshow des Theaters am Schlachthof (Tas). Für gewöhnlich ist sie in Düsseldorf und in der Neusser Wetthalle zu sehen, aber in Zeiten, in denen pandemiebedingt so einiges anders ist, erfindet sich auch das Format immer wieder neu: „Generell ist jeder Stunk anders, aber diesmal ist er noch einmal anders, anders“, sagt Pressesprecher und Darsteller Dennis Prang. Und tatsächlich gibt es in diesem Jahr einige Neuheiten: Nicht nur, dass die Stunker ihr Programm im Sommer zeigen – das kennen sie immerhin schon aus dem vergangenen Jahr, als sie zu einem Stunk ins Zelt einluden. Für das Ensemble ist es das erste Mal, dass es die Bühne des Globes nutzen wird. Und das sei für alle Beteiligten eine aufregende Erfahrung. Entsprechend groß ist die Spielfreude. Globegerecht werde es innerhalb des Programms immer wieder Shakespeare-Verweise geben, verrät der Regisseur Jens Neutag. Allerdings wohl dosiert, es sei nicht ihr Anspruch gewesen, den kompletten Sommernachtstraum aufzugreifen. Dennoch ist Neutag gespannt, wie die Symbiose aus Shakespeare, Karneval und Kabarett bei dem Publikum funktioniert. Besonders spannend für ihn war es auch, die verschiedenen Ebenen des Globes bei der Inszenierung zu berücksichtigen. Auch musikalisch würden sich im Globe neue Möglichkeiten ergeben, erklärt Kabarettistin Sabine Wiegand, die zusammen mit Martin Maier-Bode und Jens Neutag den Text für die Stunk-Sitzungen schreibt. „Wir können uns etwa beim Singen durch den Raum bewegen, das war an anderen Orten nicht möglich“, sagt sie. Und musikalisch soll es auch bei dieser Sitzung wieder werden: Sowohl Klassiker, als auch aktuelle Songs werden gespielt – „stellenweise wird es sehr emotional“, verrät Wiegand, „am Ende hat man jedes Gefühl einmal durchlebt: Freude, Trauer und Nachdenkliches.“ Ansonsten erwarte das Publikum wieder poinitierte Nummern aus Politik und Zeitgeist: Die Energiewende, eine Medienparodie, aber auch der Krieg werden unter anderem zum Thema. Nur eines wollte das Team gerne so knapp wie möglich halten: „Zu Corona haben wir alles gehört, was es zu sagen gibt“, sagt Neutag und fügt mit einem Lachen hinzu, „vielleicht waren wir da egoistisch, aber wir haben da genug von.“