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Neuss: Wissensparcours "Grimlinghausen und der Rhein" online gestellt

Schnitzeljagd durch Grimlinghausen : Neusser Heimatkunde mal ganz anders

In einem interaktiven Rundgang können „Grimlinghausen und der Rhein“ erkundet werden. Den Parcours haben Schüler aus Neuss gemeinsam mit dem Stadtarchiv erarbeitet. Er steht jetzt kostenfrei im Internet zur Verfügung.

Der blaue Pfeil auf dem Display zeigt, wo es langgeht. Er leitet den interessierten Heimatkundler von einer zur nächsten Station – und an jeder gibt es etwas zu lernen und Aufgaben zu bearbeiten. „Grimlinghausen und der Rhein“ heißt der Parcours, den eine Arbeitsgruppe der Pestalozzi-Grundschule gemeinsam mit einem Projektkurs des Marie-Curie-Gymnasiums und unterstützt vom Stadtarchiv entwickelt hat. Der interaktive Rundgang beleuchtet unterschiedliche Themen der Grimlinghausener Geschichte. Auf einer Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche
„Was(s)erleben“ präsentieren die Schüler den Wissensparcours jetzt der Öffentlichkeit und stellten ihn per Knopfdruck online „scharf“.

Los geht die Schnitzeljagd an der Pestalozzi-Schule: Dort wird der Rundgang mit der App „Biparcours“ gestartet, die Weganweisungen gibt und Informationen zu insgesamt zehn Standorten in Grimlinghausen sowie kreative Aufgabenstellungen für den Nutzer liefert. Es geht primär um die Bedeutung des Rheins für den Ort – also um die Römerbrücke, das Fluttor, das Hochwasser von 1920 und den Hafen. Aber auch die NS-Zeit und die städtische Entwicklung sowie Sehenswürdigkeiten des Stadtteils werden thematisiert. Zu den Themen gibt es jeweils einen Infotext und kleine Aufgaben, mit denen der Nutzer Punkte sammelt.

„Jeder, der Lust hat, kann den Parcours machen“, wirbt Michael Schmitt, Lehrer am Marie-Curie-Gymnasium. Gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Rohmer hat er den Projektkurs Geschichte geleitet. „Im Rahmen dessen haben wir tolle Erlebnisse gehabt. Neben dem wissenschaftlichen Arbeiten haben die Schüler ihre Sozialkompetenz gestärkt“, sagt Schmitt. Und auch Maria Meyen, Schulleiterin der Pestalozzi-Grundschule, spricht von einer tollen Zusammenarbeit der Schüler untereinander: „Wir haben uns immer ernst genommen gefühlt“, sagt sie. Meyen leitete die Geschichts-AG zusammen mit OGS-Chefin Petra Heckhausen, die, so Meyen, viel Expertise mitbrachte. Und auch die Grundschüler seien beim Projekt „Experten für Grimlinghausen“ gewesen, während die Gymnasiasten den Blick für das übergreifende Thema behielten, erklärt Meyen. „Es war eine ernsthafte Zusammenarbeit.“ Die Texte stammen alle aus der Feder der Schüler.

Auch Sehenswürdigkeiten gehören zu den insgesamt zehn Stationen des Rundgangs. Foto: Carsten Pfarr

Die für die Recherche benötigten Quellen sowie das Bildmaterial lieferte das Stadtarchiv Neuss als dritter Kooperationspartner des schulübergreifenden Projekts. „Das Archiv ist ein Labor für Geschichtsunterricht“, sagt Archivarin Annekatrin Schaller und schwärmt von der „Aura der Originale“, die die Schüler erleben konnten. Weiter sagt sie: „Toll ist, dass am Ende etwas Sichtbares bleibt, das auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist.“ Und auch Schmitt und Meyen hoffen, dass das Projekt angenommen und der interaktive Rundgang häufig absolviert wird – „zum Beispiel als Sonntagsspaziergang mit der Familie“, schlägt Michael Schmitt vor.

Alle Kooperationspartner sprechen sich zudem dafür aus, ein ähnliches Projekt erneut umsetzen zu wollen. Schaller sieht die Stolpersteine als mögliches Thema, Schmitt die Geschichte des Marie-Curie-Gymnasiums. Ferner sind die Verantwortlichen sich einig: Mit Bezug zum Heimatort ist Geschichte spannend und kann somit besonders gut transportiert werden.